Ein Kanal, eine Schlucht und ein Berg.
Die Kulisse hinter dem Städtchen Los Silos ist beeindruckend. Wie eine Felswand steigen die Berge des Teno auf, durchzogen von den engsten und tiefsten Schluchten der Insel. Viele Wege führen dort hinein und hinauf, und sie sind alle steil und nicht einfach. Das Panorama von Los Silos kann man aber auch ganz bequem erkunden.
Ein bisschen mutig (und ein bisschen schwindelfrei) muss man trotzdem sein für die hier beschriebene Wanderung, denn sie verläuft ein gutes Stück auf einem Kanal. Für die Panoramablicke ist deshalb ein wenig Vorsicht angebracht. Der Weg in die Schlucht ist jedoch ganz bequem, und der Berg mit perfektem Rundblick ist schnell bestiegen.
Teil 1: Kanal und Schlucht

Man beginnt am Parkplatz bei der Kirche von Los Silos, überquert die Hauptstraße und geht auf dem beschilderten Weg in die Calle Susana. Zwei offizielle Wanderwege führen von hier hinauf bis nach Erjos (PR TF-53, PR TF-54). Nach 100 m zweigt der TF-54 rechts ab, zunächst als betonierter Weg, dann als Wanderpfad Richtung Las Moradas.
Er geht später neben einem Bachbett in einen alten gepflasterten Camino über und steigt langsam an. Nach 15 Minuten kommt man zu einer Brücke, wo der Kanal das Tal überquert. Hier geht man spitzwinklig nach rechts auf dem Kanal weiter.




Der Kanal besteht aus zwei runden Rohren und ist breit genug zum Gehen, wenn man immer vorsichtig nach unten schaut. Auf dem bergseitigen Rohr besteht auch keine Absturzgefahr. Trotzdem sollte man aufpassen, nicht zu stolpern und immer stehen bleiben, um das Panorama zu genießen. Man hat bald einen wunderschönen Blick hinüber zum Städtchen Los Silos und zur Küste.







Knapp 700 m verläuft der Kanal nun in einem weiten Bogen am Hang entlang. Immer wieder queren Wasserleitungen den Kanal, und es gibt Abzweigungen, von denen das Wasser hinunter zu den Gärten und Bananenpflanzungen geleitet wird. Dann erreicht man ein Brücke, die man überqueren muss. Sie ist genau so schmal wie der Kanal, aber auf beiden Seiten mit einem Geländer gesichert. Gegenüber befinden sich zwei Wasserdepots zur Trinkwasserversorgung von Los Silos.

Hinter den Gebäuden geht man noch 120 m auf dem Kanal weiter, dann kann man neben einer verfallenen Hütte hinuntersteigen und bis zur Brücke und unter ihr hindurch gehen. Dahinter beginnt der Weg in den Barranco de los Pasos. Er ist eine sehr beeindruckende, aber trotzdem wenig bekannte und begangene Schlucht, denn der Weg dort hinein wird irgendwann enden. Er ist breit und bequem zu gehen und steigt nur langsam an. Der Weg selbst ist nicht spektakulär, umso mehr sind es die Felswände und Abhänge zu beiden Seiten des Tals.





Staunend schaut man nach oben und bewundert die Felsformationen mit zahlreichen Höhlen und Löchern. Sie sind viele Millionen Jahre alt, denn dies ist einer der ältesten Teile der Insel. Je weiter man geht, umso näher kommen die Felsen und umso enger wird die Schlucht. Man wundert sich auch über die hoch am Hang verlaufenen Wasserleitungen und fragt sich, wie diese mit enormem Arbeitsaufwand dort verlegt wurden.
Nach 750 m ist Schluss. Gleich hinter einem verlassenen Arbeitsgebäude gibt es kein Weiterkommen mehr. Aber weiter oben muss es trotzdem noch Wasserquellen geben, denn hier ist auch eine Verteileranlage. Es liegen auch noch ein paar ungenutzte Rohre hier, und in der Leitung neben dem Weg fließt Wasser.









Also geht man zurück bis zur Brücke und wieder hinauf zum Kanal. Weiter geht es auf diesem, mit schönen Blicken jetzt auch in Richtung Buenavista und die Montaña de Taco, auf der sich oben auch ein riesiges Wasserreservoir befindet.

Achtung! Nun gibt es einige Stellen auf dem Kanal, wo er auf Stelzen verläuft und man besonders vorsichtig gehen muss.
Nach 700 m gibt es eine Möglichkeit, den Kanal zu verlassen, alle anderen Wege vorher würden nur zu den Fincas darunter führen. Der Kanal macht dort einen kleinen Haken nach links und sofort wieder nach rechts. Dort geht ein sehr (!) steiniger Pfad nach unten, vorbei an einem runden Wasserbecken. Es sind nur 50 m, aber sie sind wirklich sehr steinig und unbequem. Weiter unten wird es besser, und alsbald kommt man auf einen betonierten Weg und geht hinunter bis zur Hauptstraße. Diese überquert man und geht auf der parallel verlaufenden Nebenstraße zurück nach Los Silos.







Wer den steilen, steinigen Abstieg scheut, geht noch etwa 100 m weiter auf dem Kanal und findet dann einen bequemen Weg auf einer Piste hinunter bis zur Straße. Insgesamt wären es dann etwa 300 m mehr zu gehen. (Karte dunkelgrün)
Entfernung: 5,8 km
Gehzeit: 2 Std.
Höchster Punkt: 260 m, tiefster Punkt 100 m
Einstufung: C2*WBRS (Erklärung siehe hier)
Karte:

Wer nur die Schlucht machen möchte, kann von Los Silos aus auf dem Camino Cruzado gehen, oder auf diesem sogar mit dem Auto bis zu den Wasserdepots fahren.
Hinweis: Wer nicht ganz schwindelfrei ist, könnte an einigen Stellen und auf der Brücke Probleme bekommen und sollte die Wanderung vielleicht nicht machen.
Teil 2: Der Hausberg

Ein schönes Panorama über Los Silos und zur dahinter liegenden Bergkulisse hat man auch vom „Hausberg“ des Ortes, der Montaña Aregume. Die Besteigung ist kurz, aber wegen den lockeren Steinchen auf dem Pfad etwas unbequem.
Von der Plaza de la Luz geht man in die Calle Dr. Jordan und am Centro de Salud vorbei. Nach 120 m biegt man links ab und steigt die schmale Gasse Callejón Dr. Jordan hinauf. Nach den Treppen am oberen Ende geht man geradeaus auf der Straße weiter bis zum Sportplatz.
Man geht hinter dem Sportplatz herum oder quer durch – es gibt genügend Löcher im Zaun – und hat jetzt schöne Blicke über den Ortsteil Aregume hinweg Richtung Meer, zum Ortsteil Sibora. Man sieht auch an der Küste den Schornstein, der von einer alten Zuckerfabrik aus dem 16. Jahrhundert noch übrig ist. Denn da wo heute Bananen gepflanzt werden befanden sich damals weitreichende Zuckerrohrplantagen. Lies dazu den Artikel Die Zuckerinsel.







Der Aufstieg auf den Berg ist steil, aber nicht besonders lang. Oben hat man einen Fernblick in alle Richtungen.
Im Westen sieht man die Montaña Taco, wo sich oben ein großer Wasserspeicher befindet, für die Landwirtschaft zur Bewässerung, aber auch für die Hubschrauber im Waldbrandeinsatz, die hier Wasser tanken können. Der Abstieg ist nicht ganz so steil und geht auch bald wieder in einen betonierten Weg über.
An der Straße biegt man rechts ab und kommt nach 100 m zu einem gepflasterten Weg, der durch eine schmale Gasse direkt wieder hinunter zur Plaza de la Luz führt.


Entfernung: 1,1 km
Gehzeit: 30 min.
Höchster Punkt: 150 m, tiefster Punkt 100 m
Einstufung: A1*BR (Erklärung siehe hier)
Karte:

Gehe zu Google Map:
Diese Route als pdf und kmz-Datei für Google Earth: Lies nach auf der Seite SERVICE und schreib eine Mail.
Geht man in der Calle Susana geradeaus weiter, kommt man in den spektakulären Barranco de los Cochinos: Schweineschlucht und Teufelstreppe.
Artikel-Nr. 22-0D1DDAB2
Entdecke mehr von Mein Teneriffa - Mi Tenerife
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.