Guachinche zuhause

Der Kichererbseneintopf

Warum nicht einmal auch zuhause so kochen wie im Guachinche? Ein einfaches und rustikales Essen ist der Kichererbseneintopf. Er darf auf keiner Speisekarte in den typischen Lokalen fehlen, die einheimisches Essen anbieten. Schnell zubereitet und immer wieder lecker.

Garbanzos oder garbanzas heißen die Kichererbsen auf spanisch. Der Unterschied wird unterschiedlich definiert. Hier auf Teneriffa ist die Unterscheidung ganz einfach: garbanzos sind die rohen Hülsenfrüchte, wenn sie noch ungekocht sind. Sie werden zu garbanzas, wenn sie weich und zubereitet sind. Die „garbanzas canarias“ oder „garbanzas compuestas“ sind dann der fertige Eintopf.

Aber es gibt noch eine andere Unterscheidung: garbanzos sind die kleinen, nur etwas größer als Linsen, und garbanzas sind die großen, die üblicherweise für den Eintopf verwendet werden. In Spanien wird für dieses Gericht auch das Wort garbanzada verwendet.

Und warum auf deutsch Kichererbse? Mit der Erbse (pisum sativum) ist sie botanisch nämlich gar nicht verwandt, obwohl sie in grünem Zustand ganz ähnlich aussieht. Ihr biologischer Name ist cicer arietinum, und wenn man das c wie k ausspricht, wird daraus kiker, oder vielleicht kicher.
Das Wort garbanzo scheint dagegen vom gotischen Wort arwaits abzustammen, welches im mittelhochdeutschen zu araweiz und später dann zu erwse wurde. So scheinen die beiden Hülsenfrüchte wenigstens sprachlich verwandt zu sein.

Die Kichererbse war schon immer ein Synonym für Genügsamkeit und Armut, ja sogar Unhöflichkeit. Der Eintopf war ein Essen für arme Leute, ein Essen vom Land. Ihr Verzehr beschränkte sich in vergangenen Zeiten auf die Klasse der Arbeiter und Bauern. Für die Reichen waren die garbanzos unbedeutend. „Por un garbanzo no se descompone la olla“ ist heute noch eine gängige Redensart im spanischen und nimmt Bezug auf die Bedeutungslosigkeit: „Wegen einer Kichererbse geht der Topf nicht kaputt“. Eine andere Bedeutung, wie etwa fehlende Anpassung oder Nichtbeachtung von Regeln, kommt in dem Spruch „en todo cocido hay un garbanzo negro“ zum Ausdruck, „in jedem Eintopf ist eine schwarze Kichererbse“.

Natürlich gibt es hunderte von Rezepten für einen deftigen Kichererbseneintopf, und jeder Guachinche hat sein Geheimrezept. Früher wurde er gerne fleischlos in der Fastenzeit gekocht, aber heutzutage gehört auch ein bisschen Fleisch dazu, gepökelte Schweinerippchen, Speck, Hühnerschlegel, Paprikawurst oder pikant-süße Blutwurst. Es gibt auch Rezepte mit Fisch, Krabben oder Krake. In Madrid wird mit Kichererbsen der cocido madrileño mit Kutteln zubereitet.

Hier ist ein einfaches Rezept für garbanzas canarias mit Chorizo, das nur 30 Minuten Zubereitungszeit erfordert. Mengenangabe für zwei Personen.

1 großes Glas Kichererbsen
1 kleine rote Paprika
1 große Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Tomate
1 Glas Rotwein
ein Stück scharfer Chorizo, ca 15 cm lang
3 Lorbeerblätter
2 gekochte Kartoffeln, noch besser ein paar Stücke gekochte Yucca-Wurzel
nach Belieben auch noch ein paar Stücke Bubango (runde Zucchini) oder Karotten (für die Farbe), auch Blattspinat ist möglich
Salz, Pfeffer, Kräuter zum Garnieren

Zwiebel, Paprika und Knoblauch in grobe Stücke schneiden und in Öl glasig dünsten. Kichererbsen aus dem Glas mit der Flüssigkeit zugeben. Chorizo enthäuten, in Rädchen schneiden und zugeben, ebenso die Lorbeerblätter und die klein geschnittene Tomate. Alles langsam köcheln lassen. Zum Schluss noch die Kartoffeln bzw. Yucca bzw. Bubango und den Rotwein zugeben. Ca. 20 Minuten köcheln, bis die Flüssigkeit etwas eingedickt ist. Es soll nicht zu „suppig“ sein. Mit Salz und Pfeffer würzen. Auf dem Teller mit Petersilie, Schnittlauch, Salbei, oder was auch immer servieren.

Guten Appetit!

Ein anderer beliebter Eintopf ist der Rancho Canario: Warm und lecker.


Artikel-Nr. 0-46-190

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