Rund um die Montaña Bilma.
Schwarz, braun, rot ist das Gestein, grün und weiß sind die Bäume, weich die Hügel und schroff die Lavaströme. Und traurig ist die Landschaftszerstörung durch den Menschen. All diese Kontraste kann man auf einer Wanderung oberhalb von Santiago del Teide erleben. Es geht rund um einen Vulkan.

Die Montaña Bilma ist ein kleiner, uralter Vulkan mit etwa 1350m Höhe oberhalb von Santiago del Teide. Direkt dahinter befinden sich die Lavaströme des Chinyero. Die Westseite des Berges ist ein riesiger Steinbruch, wo im Tagebau das poröse Lavagestein abgebaut wird. Auf den Hängen unterhalb gab es früher einmal intensive Landwirtschaft, doch die Felder mit Wein, Mandeln und Feigen sind heute überwiegend verlassen. Die Wanderung um den Berg herum verläuft zum Teil auf offiziellen Wegen, aber auch auf undeutlichen Pfaden. Sie ist besonders schön, wenn im Februar die Mandelbäume blühen.




Startpunkt ist der Ort Las Manchas, wo man, von Santiago kommend, gleich nach der Abzweigung von der TF-375 am Ortseingang parken kann. 50 m weiter steigt nach links die Calle Bilma an, die oben wieder auf die Hauptstraße kommt. Diese überquert man und sieht links der Bushaltestelle auch schon den Wegweiser Richtung Valle de Arriba (PR TF-65).
Der etwas steinige Pfad steigt bergauf und trifft nach knapp 200 m auf eine breitere Piste, wo man nach links geht. 250 m weiter oben kommt man am Calvario Santo Angel vorbei, eigentlich keine Kapelle, sondern nur ein blendend weiß gestrichenes Gemäuer mit drei Kreuzen. Von hier hat man bereits einen schönen Ausblick nach Westen über Las Manchas und hinüber zur Insel La Gomera.



Weitere 150 m höher biegt man rechts ab und geht dann rechts an der braunen Abraumhalde vorbei bergauf, immer auf die Montaña Bilma zu. Der Weg ist nicht besonders steil, aber es sind jetzt noch 200 Höhenmeter zu schaffen, was auf dem lockeren Vulkangestein etwas anstrengend ist. Weiter oben, direkt am Fuß des Bergs, wird der Weg aber wieder bequemer.





Wer stehen bleibt und zurück schaut, kann ein weites Panorama genießen, hinüber bis zur Masca-Straße, und mit Glück in der Ferne auch La Gomera und La Palma entdecken. Links des Wegs schaut man in das hässliche Bergbaugebiet, das man auf dem Rückweg noch näher kennenlernen wird.




Rechts ist bereits einer der Lavaströme des Chinyero, den man als relativ harmlos aussehenden Berg vor der Kulisse des Teide und des Pico Sur nun erkennen kann. Beim letzten Vulkanausbruch auf Teneriffa im November 1909 floss die Lava in mehreren Strömen vor allem nach Norden und Westen Richtung Santiago del Teide. Es war der erste (und letzte) Ausbruch auf Teneriffa, der auch fotografisch dokumentiert wurde. Man erzählt sich, dass damals die Bevölkerung der unterhalb liegenden Dörfer mit dem Pfarrer und einem Kreuz voran Richtung Vulkan gezogen ist, um der Lava Einhalt zu gebieten. Und tatsächlich hielt der Lavastrom inne, ein Stück oberhalb des Calvario Santo Angel.
Der Wanderweg geht dann in den Lavastrom hinein. Kurz davor sind die Mauern einer alten Schutzhütte, danach biegt man auf dem ausgeschilderten Weg PR TF 43.3 links ab. Rund 500 m geht man nun im oder neben dem Lavastrom. Kurz nachdem man einen alten Wasserkanal überquert hat, stößt man auf ein breite Piste und geht geradeaus weiter, so lange bis links eine weitere breite Piste abzweigt. Diese führt um den Lavastrom herum und kommt gleich danach zum Calvario Los Baldios.






Dort ist ein weiter, ebener Platz und eine schöne Gelegenheit für eine Rast.


Danach geht man gegenüber des weißen Gemäuers entlang des Lavastroms weiter. 300 m weiter zweigt der offizielle Wanderweg PR TF 43.3 rechts ab. Geradeaus zeigen zwei weiß-gelbe Kreuze an, dass dort der offizielle Weg nicht weiter geht. Auf diesem könnte man rechts abbiegen, wenn man auf den Blick in den Tagebau verzichten will.
Wo die beiden Kreuze sind, geht es leicht aufwärts und zunächst breit durch eine Senke. Danach verschwindet der Pfad im Gebüsch und ist an einigen Stellen schwer zu sehen. Mehr oder weniger eben geht er am Fuß des Abhangs entlang und auch noch einmal kurz aufwärts. Aber man muss aufpassen, dass man nicht zu hoch hinauf steigt. Es ist nicht immer eindeutig, wo es weiter geht, aber wenn man sich unten hält, entdeckt man immer wieder eine Fortsetzung. Schließlich geht der Pfad dann ganz eben und geradlinig weiter, bis er spitzwinklig auf einen breiteren, mit Steinen eingefassten Weg trifft (*).



150 m weiter steht man am schroffen Rand der Tagebaugrube, und der Weg im lockeren Vulkanschotter geht steil bergab. Links erheben sich steile Felsen, an deren Fuß riesige Schotterhalden liegen. Weiter unten in der Grube graben sich die Bagger immer weiter ins Gestein. Schön ist das nicht mehr. Die Landschaft wird komplett zerstört. Aber irgendwo muss das Baumaterial für die Insel ja herkommen.
Detailkarte:

Obwohl der Weg dort hinab zunächst begehbar aussieht, sollte man nicht zu weit hinunter gehen. Es gibt einige sehr gefährliche Stellen mit absoluter Absturzgefahr. Weiter unten ginge es nur noch über die Schutthalde weiter. Dort kann man ohne Halt nach unten gefährlich abrutschen!






Deshalb geht man zurück bis zu der oben mit (*) beschriebenen Stelle und weiter auf dem breiten Weg, wo man nach ca. 500 m wieder auf den Hauptwanderweg PR TF 43.3 trifft. Dieser geht nun etwa 500 m geradeaus bergab, immer zwischen alten Mauern.


Dann biegt der offizielle Weg nach rechts ab und verzweigt sich sofort danach. Man biegt aber nicht rechts ab, sondern geht nach links auf einem schmalen Pfad weiter, der bald wieder breiter wird. Es geht mehr oder weniger geradeaus und leicht auf und ab, bis man nach knapp einem Kilometer einen alten Kanal überquert. 500 m weiter steht man dann plötzlich am Steilabbruch des Tagebaus und geht dort hinunter. Wer mag, kann jetzt noch einmal auf der Piste nach oben gehen, um Landschaftszerstörung und die gewaltigen Felswände mit ihren Schuttfächern aus der Nähe zu bewundern.




Man überquert die Piste, auf der die LKWs das abgebaute Material nach unten transportieren und geht hinüber zu einem schwarzen Aschefeld, wo man bei dem Wegweiser wieder auf den Hinweg trifft. 50 m oberhalb des Calvario zweigt nach rechts eine Piste ab, die zwischen hohen Steinmauern weiter bergab führt. Man kommt an einem Schweinestall vorbei und ist danach schnell wieder an der Hauptstraße.
Karte gesamt:


Entfernung: 8,7 km
Gehzeit: 3,5 Std.
Höchster Punkt: 1255 m, tiefster Punkt 970 m
Einstufung: E3**WR (Erklärung siehe hier)

Eine andere Runde zur Montaña Bilma könnte man in Valle de Arriba beginnen. Dort beginnt am oberen Ende der Calle El Reventón ein Wanderweg, der zunächst steil, später flacher zum Calvario Los Baldios hinauf steigt. Man umrundet dann die Montaña Bilma im Uhrzeigersinn und geht unten quer durch den Tagebau und nach Überquerung des TF 43.3 auf dem TF 60.1 wieder zurück Richtung Valle de Arriba. Eine kleine Runde nur bis zum Calvario zeigt die Karte in weiß (3,9 km).

Wer noch eine größere Herausforderung sucht, kann auch einen ziemlich weglosen Aufstieg auf die Montaña Bilma unternehmen, beginnend vom Lavastrom aus.
Gehe zu Google Map:

Bemerkung: Diese Gegend ist besonders schön, wenn Ende Januar oder Anfang Februar die Mandelbäume blühen.
Diese Route als pdf und kmz-Datei für Google Earth: Lies nach auf der Seite SERVICE und schreib mir eine Mail.
Eine andere Tour beginnt auch in Las Manchas und führt hinauf auf die Montaña La Hoya: Der Antennenklotz.
Artikel-Nr. 28-10B188BC
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