Der Antennenklotz

Felsblock mit Weitblick

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Den Brocken kennt jeder, der auf der Autobahn nach Santiago del Teide fährt, denn die Autobahn geht genau unten durch. Aber man kann den Felsklotz auch besteigen, und das ist gar nicht schwer. Die Aussicht ist fantastisch dort oben, nicht umsonst ist es ein guter Platz für Antennen und Sendemasten.

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Zur Zeit der Mandelblüte im Januar und Februar machen viele Wanderer eine Tour in der Gegend von Santiago del Teide. Las Manchas und Arguayo sind die Dörfer, in deren Umgebung es viele Mandelbäume gibt. Auf dieser leichten Rundtour besteigt man ohne große Anstrengung auch noch die Montaña de la Hoya, den Antennenklotz.

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Ein möglicher Beginn der Wanderung ist im Dorf Las Manchas, oberhalb von Santiago del Teide, es gibt aber einige Varianten, siehe unten. Es geht die Sage, dass man beim Ausbruch des Vulkans Chinyero im Jahr 1909 die Jungfrau von Santa Ana aus Tamaimo herauf getragen hat, und dadurch die Lavaströme hier in Las Manchas gestoppt wurden. Den Weg der Jungfrau lernt man dann bei Rückweg kennen.

Geht man rechts der Dorfkirche nach oben und nimmt die erste Straße rechts, kommt man schnell aus dem Dorf heraus. Ein Kreuz an einer roten Mauer und wenig später eine Madonnenstatue unter einem Felsüberhang weisen den richtigen Weg. Sofort befindet man sich auf einem alten, gepflasterten Wanderweg. Es ist der alte Verbindungsweg nach Arguayo, den die Dorfbewohner früher gingen, als es noch keine Straße gab.

Der Weg steigt langsam am Hang entlang bergauf und überquert einen Kanal. Es ist die Ermita del Santo Angel de la Corona. Hier hat man – falls es das Wetter erlaubt – einen überraschenden Blick zum Teide.

Hinter der Kapelle verläuft der Weg nun hangparallel unterhalb eines Felsgrats. Er ist gut mit den weiß-gelben Zeichen markiert, denn es ist ein Teil des offiziellen Wanderwegs PR-TF 65. Nach rechts hat man schöne Ausblicke über das Tal von Santiago und hinüber zu den Bergen von Masca. Der Weg überquert dann den Kamm, und man sieht unterhalb schon das Dorf Arguayo und den Sportplatz. Es geht etwas steiler hinunter zu einem Fahrweg, auf dem man nach rechts geht.

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Der Fahrweg ist die Zufahrt zum Antennenberg. Nach einer scharfen Rechtskurve ist er auch betoniert, und ab da auch richtig steil. Zum Glück gibt es Treppen in der Mitte – eine wahrhaftige Himmelsleiter! Und zum Glück ist das steile Stück nicht all zu lang.

Die Mühe wird belohnt! Auf dem Felsplateau ist die Aussicht überwältigend. Tief unten das Tal von Santiago del Teide, mit El Molledo und Tamaimo, nach Osten der majestätische Teide, und nach Süden die Küstenlandschaft von Guía de Isora.

Bei guter Sicht sind sogar die Nachbarinseln La Gomera und La Palma zu sehen. Man kann bis zum Ende des Plateaus gehen, aber eine gewisse Vorsicht am Rand der Felsen ist angebracht. Und eine ausgiebige Pause vielleicht auch, der Rastplatz könnte nicht besser sein.

2001045_1Nun geht es zunächst den gleichen Weg wieder zurück und in einem weiten Bogen hinunter zum Sportplatz von Arguayo. Im Ort folgt man ein Stück der Hauptstraße, vorbei am Parque de las Eras, wo man einen alten Dreschplatz zu einem Picknick-Areal umgebaut hat.

Folgt man der Dorfstraße und der Beschilderung „Centro Alfarero“, kommt man am unteren Rand des Dorfes direkt zum Töpferei-Museum. Es ist eine gute Idee, das kleine Museum zu besichtigen, das sich in einem Haus nach traditioneller kanarischer Architektur in L-Form befindet. Früher war Arguayo ein Zentrum der Töpferkunst. Das 1986 eröffnete Museum zeigt die Entwicklung der Töpferei von der Zeit der Guanchen bis zur heutigen Zeit. Ein Denkmal neben dem Museum erinnert an die Frauen, die diese Arbeit machten. Sie sind namentlich auf einer Tafel genannt.

Direkt gegenüber des Denkmals, auf der anderen Seite der Hauptstraße, beginnt der Weiterweg. Zunächst noch kurz betoniert und steil, aber danach wieder ein alter Pflasterweg, der langsam am Hang entlang aufsteigt. Es ist ein angenehmer und aussichtsreicher Weg direkt oberhalb des Autobahntunnels und direkt unterhalb der Felsen des Antennenklotzes.

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Man kann nicht oft genug stehen bleiben, um die herrlichen Aussichten zu genießen. Man umrundet die Felsen, steigt noch ein Stück an und geht dann etwas steiler hinunter bis zur Autobahn. Auch dies ist ein alter „Camino Real“, die Verbindung von Arguayo nach Santiago.

Direkt an der Brücke über die Autobahn beginnt dann der etwas Schweiß treibende Aufstieg nach Las Manchas auf einem breiten und steinigen Weg, der Weg der Jungfrau von Santa Ana. Am Nachmittag liegt dieser Abschnitt leider voll in der Sonne, und es gibt keinen Schatten.

Karte: rot=Rundweg, blau=Ergänzung ab Santiago
Karte La Hoya

Entfernung: 6,6km
Gehzeit: 3 h
Tiefster Punkt, an der Autobahn: 865m, höchster Punkt, auf dem Klotz: 1080m

Das Auto kann man irgendwo in Las Manchas abstellen. Alternativ kann man die Wanderung auch in Arguayo beginnen, wo es entlang der Hauptstraße auch genügend Parkplätze gibt. Man kann natürlich auch in umgekehrter Richtung laufen.

Wer mit dem Bus kommt, kann in Santiago del Teide beginnen. Z.B. mit dem Hinweg am Friedhof vorbei und ein Stück auf der Straße und dem Rückweg parallel zur Autobahn. Dann sind es etwa 4km mehr, aber dafür spart man die 600m Aufstieg nach Las Manchas, also – wenig anstrengende – 3,4km zusätzlich.

Gehe zu Google Map:

Diese Wanderung als pdf und kmz-Datei für Google Earth: Lies nach auf der Seite SERVICE und schreib mir eine Mail.

Auf der anderen Seite des Tals von El Molledo kannst du auch eine schöne Wanderung machen: Ziegenfinca. Und ein kurzer Abstecher von der Hauptstrasse führt dich zur Virgen de La Fuente: 15 Kreuze.


Artikel-Nr. 28-2-162

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