Bananenland

Wege mit Geschichte und Aussicht.

Dieser angenehme Spaziergang führt mitten durch die Bananen. Man kann ihn ganz nach Belieben gestalten, länger oder kürzer, und wenn man will auch steiler. Zwischen Icod de los Vinos und Playa San Marcos gibt es einfache Wege und hübsche Seitenblicke. Und natürlich einen Strand.

Die direkteste Route beginnt in Playa San Marcos und endet in El Guincho, das bereits zu Garachico gehört. Nach Playa San Marcos fährt ein Bus von Icod aus. Bevor es dort ganz hinunter geht, gibt es einen langgestreckten Parkplatz.

Dort beginnt unterhalb der Felswand der Camino Las Barrandas. Diese senkrechten Felsen sind auch beliebt bei Kletterern. Die betonierte Straße steigt gleich etwas steiler an, aber man wird immer wieder stehen bleiben, um die Aussichten hinunter in den Ort zu genießen.

Nach 350 m schwenkt die Straße nach links und steigt weiter hinauf zwischen Mauern und Bananenplantagen, mit direktem Blick zum Teide.

Nach weiteren 200 m kommt man zu einer Kreuzung, die ganz zu recht „Cuatro caminos“ heißt. Dort geht es weiter nach rechts. Wer mag kann hier etwa 200 m nach links gehen, etwas bergab. Dort liegen direkt neben dem Weg die „Pyramiden von San Marcos“. Es sind weder geheimnisvolle Guanchengräber noch künstlerische Bauwerke, sondern einfach nur große Haufen von Steinen, die bei der Anlage der Bananenplantagen weggeräumt wurden.

Weiter auf dem kleinen Sträßchen Richtung Westen kommt man nach 400 m am Eingang der Finca Valois vorbei mit einem hübschen Eingangstor. Wer einmal richtig groß und mitten in den Bananen seinen Geburtstag oder Hochzeit feiern will, ist hier richtig.

Bereits im 16. Jahrhundert war hier eine herrschaftliche Hacienda. Bananen gab es damals noch nicht, es wurde Zuckerrohr angebaut (Lies dazu Die Zuckerinsel). Anfang des 18. Jahrhundert kaufte der irische Weinhändler Bernard Valois das Anwesen und pflanzte in der Umgebung Wein an. Nach und nach kaufte er riesige Ländereien an der ganzen Nordküste zusammen und wurde so zu einem der mächtigsten Männer seiner Zeit. In dieser Zeit hat dann auch Ycod seinen Beinamen „de los Vinos“ bekommen. Im 19. Jahrhundert ging die Finca dann allerdings durch mehrere Hände, und ab 1850 begann man mit dem Anbau von Bananen.

Bald danach kommt man zum Beginn der Fahrradstrecke, ein relativ ebener Weg, ideal für Fahrradfahrer, natürlich mitten durch die Bananen. Obwohl die Strecke eigentlich ausschließlich für Fahrradfahrer geschaffen wurde, kann man dort auch schön spazieren, nur am Wochenende werden vielleicht mehrere Räder vorbeikommen. Der 2,50 m breite „Carril Bici“ verläuft zunächst unterhalb der Hauptstraße. Nach rechts hat man einen weiten Blick über das Gelände des ehemaligen Herzogs von Buen Paso in La Cañas.

Die Fahrradspur geht dann später nach links hinauf und verläuft dann direkt neben der Hauptstraße und endet an der ersten Bushaltestelle von El Guincho. Als Wanderer bleibt man aber unten und kommt gleich danach au den alten Camino La Coronela. Dies war früher der einzige Verbindungsweg von Icod nach Garachico.

„La Coronela“ ist eigentlich die Frau des „Coronel“, des Obersts. Aber warum der Weg so heißt, kann heute niemand mehr erklären. Im Hafen von San Marcos gibt es noch einen Felsen der „La Filipina“ heißt, aber auch dort weiß niemand mehr warum.

Der Camino wird dann kurz etwas steiler. Danach hat man wieder einen phantastischen Ausblick über die Bananenfelder und hinunter zur Küste. Wo der Weg dann auf einen Asphaltstraße trifft, könnte man durch das Tor nach rechts hinunter zur bizarren Felsküste gehen. Dieser Weg ist hier beschrieben: Alles Banane.

Weiter auf der Straße kommt man am Ferienhaus „La Coronela“ vorbei und später auf die Dorfstraße von El Guincho. Dort liegt gleich links ein schönes Restaurant, die Cofradía El Guincho, mit einen tollen Aussichtsterrasse.

Es lohnt sich, noch bis zum anderen Ende des Dorfes zu gehen. Vom Mirador El Guincho hat man einen guten Ausblick Richtung Garachico. Theoretisch könnte man nach Garachico weiter gehen, müsste aber ein gutes Stück in dem Tunnel laufen, wo ziemlich viel Verkehr herrscht.

Entweder man geht dieselbe Strecke zurück, oder man nimmt den Bus (363) von El Guincho nach Icod.

Entfernung: 3,5 km
Gehzeit: 1,5 Std.
Höchster Punkt: 120 m, tiefster Punkt 40 m
Einstufung: B1*LB (Erklärung siehe hier)

Karte:

Drei andere Varianten bieten sich an, wenn man am Busbahnhof von Icod starten will.

1. Zuerst mit dem Bus (363) nach El Guinco, und die Wanderung in umgekehrter Richtung machen. Am Ende ganz hinunter nach San Marcos. Dort gibt es Restaurants und den Badestrand. Dann mit dem Bus (362) wieder nach Icod.

2. (Karte lila)
Man geht vom Busbahnhof in Icod geradewegs die Hauptstraße hinunter und biegt kurz vor dem Kreisverkehr rechts ab. Zuerst die Straße nach San Marcos überqueren und dann durch die Unterführung unter der TF-42. Danach geht es geradewegs hinunter bis zur Kreuzung „Cuatro Caminos“.

3. (Karte gelb)
Ebenfalls die Hauptstraße hinunter, aber beim Centro de Salud links ab in die Avenida Francisco Miranda. Dann über zwei Brücken (TF-82 und TF-42). Danach geht der Camino de Alzola relativ steil hinunter bis zum Beginn des Fahrradwegs.

Bei der zweiten Variante könnte man z.B. wie beschrieben weiter gehen nach El Guincho und auf dem Rückweg dann nach Playa San Marcos. Dort gibt es einige schöne Lokale und vielleicht einen Strandbesuch. Dann mit dem Bus zurück nach Icod.

P.S. Der Fahrradweg zwischen Cuatro Caminos und El Guincho ist auch für Kinderwagen geeignet. Start am besten in El Guincho.

Gehe zu Google Map:

Noch weiter durch die Bananen? Von El Guincho zur Küste hinunter: Alles Banane. Dort erfährst du auch mehr über die Bananen.

Diese Route als pdf und kmz-Datei für Google Earth: Lies nach auf der Seite SERVICE und schreib eine Mail.



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