Keine Großstadt, nur ein paar Villen.
Auf dieser schönen Rundwanderung hoch über der Küste von El Sauzal genießt man herrliche Ausblicke, entdeckt einen alten Wasserstollen und entspannt sich in einem wunderschönen Park. Durch die Berghänge oberhalb von Los Ángeles verlaufen erstaunlicherweise alte, gepflasterte Wege.
El Sauzal ist eine der reichsten und eine der ältesten Gemeinden der Insel. Schon der Eroberer von Teneriffa, Adelantado Alfonso Fernández de Lugo, hat hier seinen Familiensitz gegründet. Natürlich hat er sich selbst die besten Ländereien der Insel gegönnt, mit guten Böden für den Getreideanbau und ausreichendem Wasserangebot.

Los Ángeles ist ein kleiner Teilort von El Sauzal mit vielen luxuriösen Villen. Er liegt etwas abseits der Verbindungsstraße von La Matanza nach El Sauzal. Obwohl Los Ángeles direkt an der Küste liegt, gibt es keine Verbindung und keinen Weg von dort hinunter zum Meer. Die untersten Häuser stehen direkt am senkrechten Abgrund, rund 150 m über dem Meeresspiegel. 70 Höhenmeter weiter oben liegt die Kapelle Nuestra Señora de los Ángeles.
Sie wurde im Jahr 1505 von Fernández de Lugo gegründet und ist somit die drittälteste Kirche der Insel. Nebenan befanden sich die Landgüter eines anderen Edelmanns, der vom Adelantado begünstigt wurde. So wurde Los Ángeles zum ersten Siedlungszentrum der Gegend. Davon ist heute nichts mehr zu sehen, wenn man durch die moderne Villensiedlung fährt. Hier leben – damals wie heute – nicht gerade die Ärmsten.




Die Rundwanderung beginnt genau an dieser Kapelle. Am Straßenrand oder hinter der Kirche gibt es Parkmöglichkeiten. Zunächst geht man an der Straße etwa 250 m hinauf zur Hauptstraße. Wo diese leicht nach rechts schwenkt, gibt es auf der linken Seite einen alten Pfad, den man hinaufsteigen und so die große Straßenkurve umgehen kann. Dort beginnt dann ein landwirtschaftlicher Fahrweg, der gleich danach in eine Schotterpiste und später in einen Wanderweg übergeht. Es ist ein alter gepflasterter Pfad, der Camino La Ladera, der einmal ein wichtiger Verbindungsweg war. Vielleicht ist hier einmal Fernández de Lugo persönlich zu den Wasserquellen hinaufgestiegen.



Je höher man kommt, umso besser werden die Aussichten, zum Teide und hinunter zur Küste mit der charakteristischen Halbinsel, die auch „das Krokodil“ genannt wird. Mehr dazu findest du im Artikel Costa El Sauzal.


Nach 350 m auf diesem schönen Weg kommt man zu einem Geländeeinschnitt und steht plötzlich in einem dichten Dschungel mit üppiger Vegetation. Dort ist eine Schlucht, in der fast das ganze Jahr ein Wasserfall rauscht, ganz versteckt und schwer zugänglich im Gebüsch.






Um einen Felsen herum geht es weiter aufwärts, und nach 200 m kommt man zu einer Verebnung. Wer hier noch überschüssige Energie hat, kann sie an den Trimm-Dich-Geräten loswerden.




Dort biegt man spitzwinklig rechts ab auf einem weiter ansteigenden Pfad, der nach 300 m allerdings sehr nah an einen Abgrund heran führt. Dort muss man sehr vorsichtig sein. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte besser vom Trimm-Dich-Platz die Abkürzung direkt ins Zentrum von El Sauzal nehmen ( siehe Karte, grün).
Am Ende des Pfads, in derselben Schlucht namens Barranco La Majada, liegt die Galería „Aguas del Sauzal“. Dies ist einer der längsten Wasserstollen der Insel und verläuft über 6100 m in den Berg hinein, er ist noch in Betrieb und fördert etwa 52 000 Liter pro Stunde.





Zurück von der Galería geht man auf der steil ansteigenden Straße hinauf bis zur Kurve der Hauptstraße, und dort sofort scharf nach links unten. Man kann auf der Calle Sierva de Dios geradeaus hinunter gehen bis zur Kirche, oder dann links in die Calle de la Amargura abbiegen, wo man auf den Weg der vorhin beschriebenen Abkürzung trifft.
Im Zentrum von El Sauzal steht die Kirche San Pedro Apóstol, die viertälteste Kirche Teneriffas aus dem Jahr 1515. Als 1572 in La Laguna die Pest ausbrach, wurde die Inselverwaltung nach El Sauzal verlegt, und der Ort war einige Zeit das politische Zentrum Teneriffas. Auf dem Vorplatz der Kirche hat man einen schönen Panoramablick über die Küste. Hinter der Kirche erhebt sich das Rathaus von El Sauzal mit terrassenförmig angelegten Gärten und Wasserfällen. Dort stellt der Künstler Luigi Stinga immer wieder beeindruckende Skulpturen aus Holzstücken auf. 2016 war es die „Librepensadora“, 2020 der Pfau „Renacer“, 2022 „El canto de las lavanderas“, der Gesang der Wäscherinnen.






Nun geht man der Straße entlang nach unten, wo man nach 150 m einen kleinen Abstecher in den Kaktusgarten machen kann. Dort gibt es einige besonders schöne Exemplare von Kakteen, Euphorbien und Agaven.






Danach kommt man zum Eingang des Parks Los Lavaderos. Eine lange Treppe führt hinunter in den herrlichen Garten, wo sich früher einmal die Waschplätze von El Sauzal befanden. Hier ist ein ganzer Artikel: Parque Los Lavaderos.
Es ist schön, sich hier eine Weile aufzuhalten. Das Lokal Sora Kai mit einer herrlichen Aussichtsterrasse bietet japanische Spezialitäten.



Ganz unten im Park hält man sich links und kommt zum unteren Ausgang. Nach dem Gittertor beginnt wieder ein gepflasterter alter Pfad, der in einigen Kurven hinunter nach Los Angeles führt.




Auf der Straße sind es dann noch 200 m hinauf zum Startpunkt bei der Kapelle.
Gleich daneben ist die Tasca El Riego, vielleicht eine gute Idee für ein echt kanarisches Mittagessen.
Bemerkung: Wer mit dem Bus nach El Sauzal kommt, kann die Wanderung auch im Stadtzentrum beginnen.
Entfernung: 3,2 km (mit Abkürzung 800 m weniger)
Gehzeit: 2 Std.
Höchster Punkt: 400 m, tiefster Punkt 225 m
Einstufung: B2*RB (Erklärung siehe hier)
Karte:

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Hier findest du mehr über den Parque Los Lavaderos.
Diese Route als pdf und kmz-Datei für Google Earth: Lies nach auf der Seite SERVICE und schreib eine Mail.
Artikel-Nr. 08-04C578B5
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