Das Ende der Palmen

Das Stadtverwaltung von La Orotava musste am 20. Februar 2017 den Platz vor dem Rathaus sperren lassen. Die dort stehenden alten Palmen sind krank und könnten umstürzen.

(Aktualisierungen 06.03. und 10.04.17 siehe unten)

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Bei zwei der teilweise 16m hohen Palmen konnte man große Löcher im Stamm erkennen. Die mit der Wartung der städtischen Gärten beauftragte Firma hat in den Palmen direkt vor dem Gebäude 70cm große Löcher entdeckt. Diese müssen auf jeden Fall gefällt werden. Durch akustische Untersuchungen fand man weitere Hohlstellen, die auch untereinander Verbindung haben. Da auch die anderen mehr oder weniger stark betroffen sein könnten, hat man den Platz gesperrt, um Gefahr von Gebäuden und Menschen abzuwenden. Die einzige noch unbeschädigte Palme ist die an der Ecke der Straße Nicolás de Ponte.

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Der Rat der Stadt hatte schon im Mai 2016 beim Dienst für Pflanzengesundheit des Landwirtschaftsministeriums um eine Untersuchung der Palmen gebeten. Warum diese erst jetzt erfolgte, bleibt unklar.

Die Ursache der Schäden ist auf einen Insektenbefall zurückzuführen. Es handelt sich um den Bananenbohrer, der hier auch als Palmenbohrer bekannt ist. Die Larven dieses Insekts fressen sich in das Holz und zerstören es.

Der Bananentriebbohrer Opogona sacchari Bojer, wie er richtig heißt, ist ein Nachtfalter, der sich tagsüber in den Pflanzen versteckt und dort seine Eier ablegt. Die Raupe ist 21-26 mm lang und 3-6 mm dick. Es wird vermutet, dass das Tier seine ursprüngliche Heimat auf St. Helena hat und bereits im 19. Jahrhundert mit dem Seehandel nach Mauritius, Afrika, Australien und Hawaii verschleppt wurde. In den 1920er Jahren trat Opogona sacchari erstmals als bedeutender Schädling an Bananen auf den Kanarischen Inseln auf. 1969 wurde er in den Niederlanden bekannt. Seine Reise ging weiter: 1974 Italien, 1978 Brasilien, in den 80er Jahren Griechenland, Frankreich, Florida, 1997 China. In Deutschland wurde er im Jahr 2007 erstmals nachgewiesen. Während der Falter auf den atlantischen Inseln und im Mittelmeerraum im Freien vorkommt, befällt er in Mitteleuropa nur Pflanzen in Gewächshäusern. Die Raupe ist nicht besonders wählerisch, was ihre Nahrung betrifft, sie frisst sich durch alle möglichen Pflanzenarten, ebenso wie durch Totholz.

Offenbar handelt es sich nicht um den gefürchteten Palmenbohrer, einem Rüsselkäfer. Dieser richtet im Mittelmeerraum schon große Schäden an Dattelpalmenbeständen an.

Wie viele der Palmen an der Plaza gefällt werden müssen, wird durch weitere Untersuchungen festgestellt. Die zu fällenden Palmen sollen durch Neuanpflanzungen ersetzt werden. Ob man der Plage dadurch Herr wird, ist zweifelhaft, denn die Falter können gut fliegen und flattern bei der Fällung womöglich munter weiter zum nächsten Baum.

In den Palmstämmen vor dem Rathaus stecken außerdem auch schon seit 40-50 Jahren Nägel, die zur Befestigung der Abdeckungen beim Anlegen der Sandbilder auf dem Platz dienen. Es muss dann nach einer anderen Lösung zur Befestigung des Zeltdaches gesucht werden, das einen Monat vor Fronleichnam über den Platz gespannt wird.

Live-Blick über die Plaza: https://www.skylinewebcams.com/webcam/espana/canarias/santa-cruz-de-tenerife/la-orotava.html

!! Die Web-Cam wurde abgeschaltet !!

Titelfoto und Text: El Día

Aktualisierung 06.03.17

Nun ist es geschehen: Die majestätischen alten Palmen wurden vorgestern gefällt. Der historische Platz hat damit seinen Charme verloren und sieht kahl und traurig aus. Nur eine der sieben Palmen ist übrig geblieben und steht verloren in der Ecke.

Man stellte nun fest, dass an einigen Stellen der Stämme die Hohlräume mehr als 25% des Durchmessers ausmachten, was eine gravierende Gefahr darstellte. Im schlimmsten Fall blieben nur noch 15cm des Stammes übrig. Das Fällen der 112 Jahre alten Bäume war deshalb unausweichlich. Da es sich bei den Palmen um geschützte Bäume handelte, mussten zuerst noch die Umwelt- und Landwirtschaftsbehörden der Regierung zustimmen, was aber auf Grund der Gefahr schnell erfogte.

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Fotos: Ayuntamiento La Orotava

Ab heute werden nun auch die Stümpfe ausgegraben und Pflanzlöcher vorbereitet für sieben neue Palmen, die eine Höhe von etwa zwei Meter haben sollen.

Aktualisierung 10.04.17

Nun sind auch die neuen Palmen gepflanzt worden. Ein klein bisschen Grün macht den Platz schon wieder ein klein bisschen schöner. Und in 100 Jahren sind sie ja wieder so groß wie die alten…


Im April 2018 mussten nun auch auf der Plaza de la Constitución Bäume gefällt werden: Trauriger Anblick.

Im Juni 2018 ersetzte die Stadt auf dem Platz auch die alten Lampen. Die neuen wurden nach historischem Vorbild geschaffen und sind mit modernster Lichttechnik ausgestattet, die auch dem kanarischen Himmelsgesetz gerecht wird. Auch an den Bänken wurden neue Wappen nach alten Vorlagen angebracht. Die Aktion kostete 320000 €. Die Fliesen auf dem fast 1000 qm großen Platz sollen auch ersetzt werden, aber dies sei „eine Aufgaben für die nächsten Amtsperiode“, wie Bürgermeister Linares mitteilte.

Im Dezember 2019 beschloss man in La Laguna, 16 Palmen in der schönen Allee Camino Largo zu fällen. Dort waren sie von einem Pilz befallen. Trotzdem ist der Der lange Weg ein schöner Spazierweg.


Artikel-Nr. 19-4-51

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