Wüste, Küste, fliegende Golfbälle

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Und fantastische Felsformationen.

All dies kann man auf einer Rundwanderung sehen, die durch den trockensten Teil der Insel führt. Eine Gegend, die nicht gerade zum Wandern einlädt, staubig und heiß, aber ein besonderes Erlebnis.

1708072_1Der Küstenbereich zwischen den Golfplätzen bei Los Abrigos und der Feriensiedlung Costa del Silencio ist keines der klassischen Wandergebiete. Trotzdem lohnt es sich, einmal die Wüste Teneriffas kennenzulernen, die bizarren Felsen an der Montaña Amarilla, dem gelben Berg, und die öden Flächen rund um die Montaña Malpasita, dem „Berg des schlechten Ländchens“.

Man beginnt die Wanderung am besten am Parkplatz der Marina San Miguel, unterhalb der Anlage von Amarilla Golf, dort kann man das Auto abstellen. Vorbei am weithin sichtbaren Getränkeautomaten verläuft der Weg zunächst einmal für 1 km am Rande des Golfplatzes und unterhalb der Bungalows direkt an der Küste entlang.

Amarilla Golf wurde 1989 eröffnet, es ist ein 18-Loch-Platz, der zwischen mehreren Reihen von Apartmentblöcken liegt. Der Wanderweg kommt direkt am Loch 5 vorbei, das eine besondere Herausforderung für die Spieler darstellt. Der Ball fliegt dort (fast) übers Meer. Eine Runde Golf belastet die Urlaubskasse in der Wintersaison mit 89 € pro Person.

1708063_1Hinter dem letzten Bungalow-Komplex kommt man an einer kleinen Lagune vorbei, die vom Meer durch einen Steinwall abgetrennt ist. Auf der anderen Seite hält man sich rechts und stößt auf einen steinigen Fahrweg, der leicht bergauf führt. Weiter oben trifft man auf einen besseren Fahrweg, dem man nach links folgt. Er verläuft nach einer Rechtskurve geradewegs etwa 800m auf die gut sichtbare Montaña Malpasito zu. Der rechts abzweigende Weg, der zum Fuß des Berges hinauf führt, ist gut zu erkennen. Oben kommt man zu einem kleinen Felsüberhang, wo man nachmittags im Schatten eine kleine Rast einlegen kann. Hier befindet sich auch ein Steinmännchen und eine Opferstelle mit Heiligenbildchen im Miniaturformat.

Dort geht man nach rechts und in einem leichten Linksbogen etwa 400m um den Berg herum. Geradeaus geht der Blick über die weiten Flächen mit Folienkulturen, in der Ferne grüßen die beiden „Hausberge“ des Südens, der Conde und der Imoque (Eine Wanderung am Imoque findest du hier: Rund um den Berg). Auf einem Wanderweg biegt man links ab und erkennt schon den Aufstieg zum Gipfel, eine Steinsäule markiert den höchsten Punkt, 117m über dem Meer.

Von dort oben hat man einen perfekten Rundblick, natürlich auch zum Teide, falls die Wolken es zulassen. Diese Stelle befindet sich exakt unter den Einflugschneise zum Flughafen. Im Minutenabstand donnern die Flugzeuge direkt über dem Kopf in Richtung Landebahn.

Der Abstieg beginnt gleich hinter der Steinsäule und ist mit Vorsicht anzugehen, denn er ist steil, und viel lockeres Gestein kann zu unangenehmen Rutschungen führen. Das Ziel ist nicht zu übersehen: eine illegale Müllhalde. Genau dort geht man nach links noch ein Stück abwärts, um einen Blick in den kleinen Krater zu werfen, der nicht nur schwarze Asche und Lavaschichten zu bieten hat, sondern ebenfalls als Müllabladeplatz genutzt wird.

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Der Weiterweg in Richtung Montaña Amarilla ist nicht zu verfehlen, es gibt mehrere Wege. Auch der Aufstiegsweg ist von weitem gut zu erkennen. Oben hat man die Wahl: rechts herum, links herum oder mitten durch den flachen Krater. Geht man nach rechts, kommt man schnell zum höchsten Punkt. Vom Gipfelplateau aus überblickt man Costa del Silencio und sieht direkt unterhalb die felsige Badebucht. Dort wartet nach der heißen Wüstenwanderung eine kühle Erfrischung!

Auch hier ist der Abstieg wieder recht steil, wenn auch nicht so rutschig wie an der Montaña Malpasito. Es gibt auch Leute, die sich das mit Badelatschen zutrauen! Die Bar Mana Nui ist eine der urigsten Strandkneipen Teneriffas. Hier hat man gleich zwei Möglichkeiten, sich zu erfrischen: Ein kühles Bad im Meer oder eine kühle Caipirinha. Am besten beides!

Danach folgt der interessanteste Teil der Wanderung. Direkt unter der Bar überquert man kurz eine steinige Bucht und geht dann unterhalb der bizarren Felsen der Montaña Amarilla entlang. Hier sieht man auch, woher der Name Gelber Berg kommt. Aber Achtung: Dieser Abschnitt ist nur bei Ebbe und wenig Wellengang begehbar. Wenn es nicht möglich ist, muss man wieder den Weg über den Berg nehmen! Siehe Hinweis unten.

Gelbe, schwarze und weiße vulkanische Tuffe wurden hier von der Brandung zu malerischen und bizarren Formationen geformt. Die weißen eignen sich offenbar besonders gut, um sich hier schriftstellerisch zu verewigen. Doch die unablässige Arbeit des Meeres wird auch diesen Hinterlassenschaften ein Ende setzen.

Das Baden ist auch bei ruhigem Wasser nicht ganz ungefährlich. Die Felsen sind entweder glatt oder scharfkantig. Die meisten Urlauber begnügen sich deshalb mit einem Plätzchen auf dem harten Stein. Der gesamte Abschnitt ist aber nur bei Ebbe zugänglich.

Am Ende des felsigen, steilen Abschnitts beginnt ein Weg, der kurz auf eine Anhöhe hinauf führt. Von dort aus folgt man einfach dem Küstenverlauf, vorbei an schwer zugänglichen Felsenbuchten, und natürlich wieder durch die Wüstenlandschaft mit großen Cardones, den Kandelaberkakteen.

Nach 1,5 km kommt man zu einer weit geschwungenen Bucht mit einem hohen Strandwall aus großen Kieseln. Dahinter liegt im Sommer ein beliebter Campingplatz. Wohnwagen, Wohnmobile, Zelte und fantasievoll zusammengebastelte Häuschen bilden hier eine richtige kleine Siedlung für Freiheit liebende Zeitgenossen.

Gleich dahinter kommt man wieder an der Lagune vorbei und geht an den Golfplätzen entlang zur Marina zurück.


Hinweise: Der Weg verläuft auf steinigen und staubigen Fahrwegen oder Wanderpfaden. Es gibt keinen Schatten. Die beiden Abstiege sind steil. Die Passage an der Montaña Amarilla ist nur bei Ebbe und ruhigem Wellengang möglich. Informationen gibt es hier:

http://www.tablademareas.com/es/islas-canarias/granadilla-tenerife

Wenn es nicht geht, muss man wieder oben über den Berg gehen.

Entfernung: 9,5km
Gehzeit: 3 Stunden, höchster Punkt: 117m
Karte:Mapa

Gehe zu Google Map:

Diese Wanderung als pdf und als Track für Google Earth: Lies nach auf der Seite SERVICE und schreib mir eine Mail.


Artikel-Nr. 25-1-82

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