Freizeit im Kessel

Das beliebte Wandergebiet von Aguamansa.

Der Stadtteil Aguamansa gehört zu La Orotava und verdankt seinen Namen den reichen Wasserquellen im Wald. Er hat etwa 1100 Einwohner. Ab der letzten Kurve der TF-21 oberhalb des Ortes beginnt die Corona Forestal, die Waldkrone, die sich rings um die Insel zieht. Genau hier ist der Ausgangspunkt von mehreren Wanderwegen. Anspruchsvolle, die bis hinauf auf dien höchsten Bergrücken führen, oder auch bequeme Waldpisten mit ganz geringer Steigung.

Die hier beschriebene Rundwanderung ist eine Mischung von ebenen und steilen Wegen, die man auch ganz nach Belieben verändern und verkürzen kann. Eine schöne und nicht zu lange Runde für den Sommer. Sie beginnt gleich an der Bushaltestelle am Waldrand.

Direkt hinter der Bushaltestelle geht man nach rechts auf dem offiziellen Wanderweg TF-35, wo die Caldera ausgeschildert ist. Er steigt kurz im Zickzack etwas an und führt dann weniger steil am Hang entlang, bis man nach 550 m zu einem kleinen Aussichtspunkt kommt. Hier sieht man hinunter nach Aguamansa und weit über das Orotava-Tal bis zum Meer.

Oberhalb der Straße geht der Pfad ziemlich eben weiter und überquert nach 5 Minuten die Caldera-Straße. Danach steigt er hinauf zum Parkplatz an der Caldera.

Eine Caldera ist im Spanischen ein großer Kessel, in der Regel aus Metall, in dem alles mögliche gekocht werden kann.

Der Begriff Caldera als Landschaftsform wurde von dem deutschen Geologen Leopold von Buch eingeführt. Er besuchte Teneriffa und La Palma und schrieb im Jahr 1825 sein Werk „Physikalische Beschreibung der Kanarischen Inseln“. Von Buch übernahm den auf La Palma üblichen Namen der Caldera de Taburiente in seine Theorie der Vulkankrater. Der Begriff ist allerdings unter den Geologen reserviert für Kessel, die durch einen Einsturz entstanden sind und nicht durch einen Ausbruch, und mehr als 2 km Durchmesser haben. Die Caldera von La Orotava ist aber deutlich kleiner, und wie sie wirklich entstanden ist, kann man heute nicht mehr feststellen, denn sie ist viele Millionen Jahre alt.

Heute gibt es dort einen großen Picknickplatz mit Tischen, Grillstellen, Toiletten und einem Kinderspielplatz. Jedes Wochenende kommen die Familien aus der Stadt hier her zum geselligen Beisammensein. Die kleine und gemütliche Wirtschaft, die es mal hier gab, ist leider seit 2020 geschlossen und verfallen. Nach der Covid-Pandemie wurde die Konzession nicht mehr neu vergeben. Früher konnte man hier auch Pferde zum Ausreiten mieten.

Es ist auch schön, einfach nur zum Picknicken in den Kessel zu kommen. Grillstellen und Tische sind genügend vorhanden, auch Toiletten.

Weiter geht die Wanderung dann nach rechts, direkt neben den Mülltonnen, über 4 Stufen und weiter am Zaun entlang. Kurz danach überquert man das asphaltierte Sträßchen, das rund um die Caldera verläuft, und geht dort geradeaus weiter auf einer Piste, die mit Ramón Caminero und Chimoche ausgeschildert ist. Zunächst ziemlich eben und geradeaus, dann leicht ansteigend und in mehreren Kurven, bleibt man etwa 1,5 km auf dieser Piste. In der zweiten großen Linkskurve hat man zwischen den Bäumen hindurch einen Ausblick auf die gewaltigen Felsen der „Orgelpfeifen“ (Los Órganos).

Weiter oben, wo der Weg nach Ramón Caminero abzweigt, senkt sich die Piste kurz in eine Schlucht hinein und macht einen scharfen Linksknick. Unmittelbar danach entdeckt man einen engen Pfad, der nach rechts oben durch den Wald ansteigt. Hier beginnt ein etwas anstrengender Aufstieg über etwa 60 Höhenmeter. Wer das nicht machen will, bleibt auf der Piste und trifft nach 400 m wieder auf den Abstiegsweg (siehe Karte, grün, Abkürzung 1).

Der Aufstieg ist zwar steil, aber in 10 Minuten gut zu schaffen. Dann schwenkt der Pfad nach links und geht weniger steil am Hang entlang. Nach weiteren 5 Minuten trifft man auf den Hauptwanderweg, den Camino de Candelaria, und geht nach links bergab. Hier ist mit 1370m der höchste Punkt der Wanderung. Vorsicht: Lockere Steinchen und Kiefernnadeln.

Nun geht es in vielen Serpentinen rund 100 Hm bergab, bis man wieder auf die besagte Piste trifft (grün).

Gleich darunter kommt man an einem kleinen Altar vorbei und später noch an drei Holzkreuzen. Denn dies ist der uralte Camino de Candelaria, der seit jeher als Verbindungsweg über die Berge genutzt wurde und auf dem heute noch jedes Jahr im August tausende von Pilgern nach Candelaria laufen.

Weiter 100 Hm weiter unten erreicht man die Mamio-Piste. Dort steht die Schutzhütte Pedro Gil, wo man allerdings kaum mehr Schutz finden kann. Bis Sommer 2023 hatte sie noch ein Dach und einen Tisch, aber seit dem großen Waldbrand wurde sie nicht mehr hergerichtet.

Wer es bequem haben will, geht hier auf der Piste zurück zur Caldera (siehe Karte, blau, Abkürzung 2).

Der ausgeschilderte Camino de Candelaria geht gleich nach Pedro Gil weiter abwärts. 700 m weiter unten kommt man an einem großen runden Wasserbecken vorbei und an mehreren wasserbautechnischen Einrichtungen. Man sieht die vielen Rohre, die das Wasser verteilen und von hier aus über Kanäle bis nach La Laguna leiten. Bald danach kommt man direkt an der Bushaltestelle wieder heraus.

Entfernung: 4,9 km
Gehzeit: 2,5 Std.
Höchster Punkt: 1370 m, tiefster Punkt 1070 m
Einstufung: C3**WBR (Erklärung siehe hier)

Karte:

Karte Detail oben

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Zum Startpunkt an der Bushaltestelle kommt man auch mit den Linien 345 (von Puerto aus) oder 346 (von La Orotava aus). Beide fahren auch bis zur Caldera, wo man ebenfalls die Wanderung beginnen könnte. Wer die leichte Variante mit den beiden Abkürzungen (blau und grün) gehen möchte, beginnt am besten an der Caldera und hat dann nur 3,2 km zu gehen.

Wer lieber steil bergauf als steil bergab gehen will, macht die Wanderung in umgekehrter Richtung.

Sie eignet sich auch für den Sommer, denn es geht immer durch den Wald. Allerdings liegt dieses Gebiet gerade im Sommer oft mitten in der berüchtigten Orotava-Wolke. Lies dazu den Artikel Der Eselsbauch.

Diese Route als pdf und kmz-Datei für Google Earth: Lies nach auf der Seite SERVICE und schreib eine Mail.

Hier ist eine andere Wanderung von Aguamansa aus: Monteverde.



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