Montaña La Atalaya.
Wer mal einen kleinen Spaziergang auf einen Vulkan machen will, wird an dieser Runde Freude haben. Dieser Berg ist nicht hoch, aber wild und grün. Dass es mal ein Vulkan war, ist kaum zu erkennen. Sein Wald ist wirklich phantastisch. Und er bietet überraschende Fernblicke in einer wenig bekannten Gegend.

Die Montaña La Atalaya ist einer von mehreren uralten, kleinen Vulkanen in diesem Gebiet, die in der Guanchensprache als taco bezeichnet wurden, dieser Name kommt auch im Ortsnamen Tacoronte vor und ist an mehreren Stellen der Insel zu finden. Atalaya bedeutet Ausguck oder Wachturm, und dieser kleine Berg in Tacoronte macht seinem Namen alle Ehre. Kein offizieller Weg führt dort hinauf, und nach einem leichten Aufstieg taucht man eine überraschend wilde Natur ein und erlebt ein herrliches Panorama in alle Richtungen. Die Wanderung ist nicht anstrengend und nicht lang und in einer guten Stunde zu schaffen.
Man beginnt im Ortsteil Garimba, der eigentlich schon auf der Gemarkung von La Laguna liegt. In der Calle Lázaro López gibt es bei der Nr. 76 ein paar Mülltonnen und daneben eine freie Fläche zum Parken. Daneben befindet sich das Fitness-Center Burpees und davor eine Bushaltestelle.


150 m weiter unten biegt man dann links ab in den Camino Los Pajales, wo man bald an den Weinfeldern entlang geht und einen schönen Ausblick Richtung Küste hat.


Zunächst geht es die Straße weiter abwärts, die danach Camino Garimba heißt. Eine Abzweigung nach links, den Camino La Atalaya, lässt man zunächst unbeachtet, dort wird man später wieder zurück kommen.





Genau 300m weiter, nachdem die Straße einen leichten Knick macht, darf man einen kleinen Fußweg nicht verpassen, der linker Hand zwischen Natursteinmauern beginnt und weiter an einer Mauer entlang auf den Berg zu verläuft. Bald schon kommt man in den Wald und muss über ein paar umgestürzte Bäume klettern. Am Waldrand ist dann rechts das Dach eines Wasserbeckens, von wo man eine gute Aussicht nach Norden hat. Man sieht die Küste bis zum Leuchtturm von Punta del Hidalgo.



Mehr oder weniger weiter am Waldrand entlang kommt man zu einer Anhöhe, wo es sich lohnt, 20m nach rechts zu gehen. Dort geht der Blick auch nach Westen bis Puerto de la Cruz. Danach geht es am Hang entlang zunächst eben weiter. Der Weg führt in einen Geisterwald aus alten, knorrigen Zedern, Kiefern und Eukalyptusbäumen, eine spannende, geheimnisvolle Szenerie. Was treiben sich hier für seltsame Gestalten im Wald herum? Wer versteckt sich da hinter den Bäumen?




Irgendwo dort muss man dann einen Aufstieg nach links suchen. Es gibt mehrere Wege, die teilweise auch von Mountainbikern benutzt und deswegen etwas schwierig sind, man sollte sich den bequemsten Weg aussuchen. Auf jeden Fall führen alle nach oben.
Am höchsten Punkt wird der Weg breit und eben, und man erkennt jetzt, dass es sich bei diesem Berg um einen ehemaligen Vulkan handelt, denn in der Mitte gibt es einen flachen Krater, komplett von der Vegetation überwuchert. Gegen den Uhrzeigersinn wandert man dann im Kreis um diesen Krater herum. Immer wieder gibt es kleine Seitenweg zum Waldrand mit Ausblicken.


Es ist ein wilder, gespenstischer Weg, aber er ist sehr einfach zu gehen.



Hier kann die Phantasie noch einmal auf Reisen gehen, ein perfekter Ort für geheimnisvolle Vorkommnisse. Man schließt die Augen und träumt…




Automatisch kommt man zu der Stelle zurück, wo man herauf gekommen ist, und nimmt für den Abstieg am besten den breitesten Weg, der erst nach rechts schwenkt und dann eine scharfe Linkskurve macht. Weiter unten wird er flacher, dort kann man rechts abbiegen und kommt wieder auf einen ebenen Weg am Hang entlang.



Durch den Wald geht man geradeaus auf die graue Mauer eines Hauses zu, dort nach rechts und kurz nach oben. Dann geht es nach und nach bergab. Schließlich kommt man aus dem Wald heraus und trifft in der Ebene auf den Camino La Atalaya und nach 400m wieder auf die Hauptstraße.

Die Gemeinde Tacoronte möchte, dass der Vulkankegel von La Atalaya sein natürliches Aussehen zurückgewinnt. Die Stadtverwaltung setzt einen Prozess fort, der schon 2004 begann und bei dem noch viel Arbeit vor ihr liegt. Das Bauträgerunternehmen der Sozialwohnungssiedlung am Fuß des Bergs verpflichtete sich damals, den Teil des Kegels wiederherzustellen, der durch den Abbau von Baumaterial eine große Lücke aufwies. Die Lücke wurde teilweise aufgefüllt und es wurden einige Aufforstungskampagnen durchgeführt, die letzte davon im Jahr 2016. Von den 450 neu gepflanzten Bäumen haben aber nur 70 überlebt. Nun will die städtische Umweltbehörde auch die üppige invasive exotische Flora beseitigen, die Vegetation gezielt wiederaufforsten, die Wanderwege sanieren, Aussichtspunkte einrichten und die Nutzung des Bergs regeln. Das Gelände ist allerdings in Privatbesitz, ein großer Teil gehört dem Bistum von Teneriffa, weshalb zuerst mit den Eigentümern verhandelt werden muss.
Der Vulkankegel wird von der örtlichen Bevölkerung relativ intensiv genutzt wird, wobei diese dem Gebiet nicht immer den nötigen Respekt entgegenbringt. Dies hat zu erheblichen Schäden geführt, vor allem durch die Anlage wilder Wege und die Erosion durch den Verkehr von Fahrrädern und Motorrädern.
Entfernung: 3 km
Gehzeit: 1 Std. 15 min
Höchster Punkt: 600 m, tiefster Punkt 530 m
Einstufung: B1**WRB (Erklärung siehe hier)
Zum Startpunkt kommt man auch mit dem Bus, die Linie 253 fährt etwa alle zwei Stunden vom Busbahnhof La Laguna nach Garimba und zurück.
Karte:

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In Tacoronte gibt es noch einen weiteren schönen Waldspaziergang im Märchenwald.
Artikel-Nr. 29-114A4658
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