Auf stillen Pfaden

Panoramawanderung durch die Hänge von El Rosario.

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Auf dieser wenig bekannten Rundwanderung auf stillen und steinigen Wegen durch die östlichen Abhänge des Municipios von El Rosario Der Pfad führt fast immer über verlassene Ackerterrassen und ist nicht sehr abwechslungsreich, aber man wird belohnt durch herrliche Aussichten über die Ostküsten von Candelaria bis Santa Cruz und dem Anaga; in der Ferne liegt Gran Canaria. Außerdem gibt es noch zwei Highlights: Das Haus des Piraten Amaro Pargo und die Kapelle von El Rosario.

Willst du erst mal drüber fliegen?

Als Anfangspunkt eignet sich das Dorf Barranco Hondo, das noch zum Municipio von Candelaria gehört. Dort sucht man den kleinen Kirchplatz und eine Abstellmöglichkeit für das Auto. Viele Gassen des Dorfes sind steile Einbahnstraßen, aber die Kirche wird man schon finden.

Oberhalb der Kirche folgt man zunächst kurz dem ausgeschilderten Weg zum Lomo Centeno, der aber gleich bei einem Strommast scharf nach links und steil nach oben abbiegt. Nicht diesem Weg folgen! Direkt hier könnte man auf einem steinigen Pfad in den Barranco hinabsteigen und auf der anderen Seite wieder hoch. Es ist aber bequemer, auf der Asfaltstraße zu bleiben (Calle Las Camelleras), die in einer Kurve ebenfalls auf die andere Seite des Barrancos führt. Hier beginnt das Municipio von El Rosario. 1610009_1Dort sieht man die Beschilderung für den Weg SL-TF 301, der Pfeil nach links in Richtung Las Barreras ist leider abgebrochen. Man geht auf dem steilen Sträßchen ein Stück aufwärts. Kurz bevor der Asfalt endet, verteidigen fünf kläffende Köter ihr Reich. Danach kommt man zu einem grünen Gebäude hoch, und Weg wird steinig. Er ist mit weißen Farbflecken gut gekennzeichnet. Gemächlich steigt man in gleich bleibender Richtung durch den Hang bergan, nur einmal macht der Weg eine S-Kurve durch ein Tälchen.kakteen2.jpgSo bald die ersten Häuser von Las Barreras ins Blickfeld rücken, wird der Weg flacher. 1610014_1Kurz nach dem ersten Gebäude sieht man schon die Beschilderung Richtung Ermita El Rosario. Von nun an geht es wieder abwärts. Auch hier ist der Weg gut markiert und nicht zu verfehlen. Bald hat man von oben einen Blick auf die Kapelle und entdeckt kurz davor auf der linken Seite des Weg hinter viel Gestrüpp die Ruine des Piratenhauses. Schließlich stößt man auf die Straße, die von Machado her kommt.

Geht man auf dieser 50m nach links und dann auf einem Fahrweg nach links oben, kommt man zur „Casa del Pirata“. Hier wohnte der bekannteste Pirat Teneriffas, Amaro Pargo, der im Auftrag des Königs fremde Schiffe überfiel und die Schätze hier her brachte. Bis 1975 war das Haus bewohnt von einem gewissen Felipe Trujillo, der im Alter von 99 Jahren starb. Er hatte mehrfach erzählt, dass er ein direkter Nachfahre von Amaro Pargo sei und dass hier irgendwo ein Schatz versteckt sein könnte. Aus diesem Grund ist das Haus auch komplett zerstört, denn schon seit langer Zeit haben Schatzsucher dort vergeblich versucht, etwas zu finden. Aber der Pirat besaß noch 60 weitere Häuser auf der Insel…
1610038_1Dieses Haus an einem hervorragenden Platz der Insel, von dem aus man alle Schiffe beobachten konnte, die draußen auf dem Meer vorbeizogen, ist nationales Kulturgut und ein offizieller historischer Ort, aber leider fehlte es am Geld und am Willen, die Gebäude zu restaurieren. Die seitherige Besitzerin hatte es für 50 000 € an die Gemeinde El Rosario verkauft. Diese fragte bei der Inselregierung an, ob sie es übernehmen wolle, bekam aber keine Antwort. Während diese noch darüber beriet, erwarb es inzwischen der Journalist Francisco Pomares. Mit diesem verhandelte im Jahr 2018 nun wieder der Cabildo, aber es fehlten offenbar noch Dokumente.

Es war ein großes Anwesen mit Innenhof und mehreren Gebäuden. Vom Dach sind nur noch ein paar Sparren und wenige Ziegel erhalten

Alles ist mit riesigen Opuntienkakteen überwuchert. Vor dem Haus erkennt man noch die gepflasterte Dreschfläche und zwischen den Steinbrocken entdeckt man noch einen Teil der Küche mit zwei Öfen. Oberhalb des Hauses findet man einen Brunnen, der Brunnenaufsatz wurde gerettet und steht im historischen Museum von La Laguna.

Hier noch mehr von Amaro Pargo.

Wesentlich besser erhalten ist die Kapelle von El Rosario, die ursprünglich auch vom gläubigen Piraten gestiftet wurde. Das blendend weiße Kirchlein hat eine herrliche Aussichtsterrasse. Der Blick geht hinunter nach Tabaiba und bis nach Santa Cruz in der einen und Candelaria in der anderen Richtung. Innen hängt ein Gemälde, auf dem Amaro Pargo neben Schwester María de Jesús und Bruder Juán de Jesús zu sehen ist.

2017 erschien ein kompletter Dokumentarfilm über Amaro Pargo, Entre la leyenda y la historia. Hier ein kurzer Überblick:

1610054_1An der Straße steht gegenüber auch eine etwas verblasste Orientierungstafel, auf der der Weg SL-TF 301 beschrieben ist. Dieser senkt sich hinter der Kapelle zunächst etwas steiler bergab, führt danach aber fast horizontal an einem Wasserkanal entlang, den er auch mehrmals überquert. Er endet an einer schmalen Asfaltstraße. Der Wegweiser zeigt nach oben, also muss man diesen finalen und Schweiß treibenden, aber kurzen Anstieg auch noch hinter sich bringen. Damit ist der Rundweg beendet, und man geht zurück zum Kirchplatz, wo es zum Glück auch eine kleine Bar und eine Pizzería gibt.

Im Beitrag Teneriffa und der Mond gibt es noch ein paar schöne Abendstimmungen von der Ermita del Rosario aus.

Gehzeiten:1610019_1
Barranco Hondo – Las Barretas: 60min
Las Barretas – La Ermita: 35min
La Ermita – Barranco Hondo: 40min
Besichtigung Piratenhaus: 15min

Länge: 6,4km

Tiefster Punkt: 388m
Höchster Punkt: 769m

Bemerkung:
Ganzer Weg ohne Schatten. Man könnte den Rundweg auch bei der Ermita beginnen, dort gibt es Parkplätze und eine Orientierungstafel. Oder in umgekehrter Richtung laufen. Beschildert als SL-TF 301.ermita-el-rosario-1Anfahrt: (grün)
Autobahn TF 1, Ausfahrt Barranco Hondo, hinauf bis zur TF-28, ein Stück nach rechts, dann wieder links hinauf ins Zentrum vom Barranco Hondo. Die Straße führt in mehreren Kurven bergauf und dann in einem weiten Bogen um das Dorf herum. Bleibt man auf der Hauptstraße, kommt man automatisch zur Kirche. Davor gibt es Parkmöglichkeiten. Die Calle San José, die vom Kirchplatz direkt hinunter führt, ist Einbahnstraße abwärts.ermita-el-rosario-2

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Artikel-Nr. 7-1-22

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