Canal de Chabuco

Wandern im Tal von Los Catalanes

Im Anaga-Gebirge gibt es meist nur zwei Richtungen: rauf oder runter. Dort ist es steil und schroff, und viele Wanderungen sind anstrengend. Diese variable Tour, die einen bequemen Weg auf einem Kanal beinhaltet, kann nach Belieben verkürzt oder erweitert werden. Das sensationelle Panorama auf der Südseite des Hauptkamms ist immer dabei.

Los Catalanes ist ein Weiler im Anaga-Distrikt von Santa Cruz, aber von der Hauptstadt ist nichts zu spüren. Die Zufahrt ist nur über eine wirklich sehr schmale Straße möglich, die sich in vielen Kurven von der Anaga-Kammstraße TF-12 hinunter windet. Es handelt sich um mehrere verstreut liegenden Gehöfte und Bauernhäuser mit zusammen gerade mal rund 25 Einwohnern auf 2,2 km² . Sein Name geht darauf zurück, dass sich einmal einige Auswanderer aus Katalonien hier angesiedelt hatten. Hier gibt es nur Landwirtschaft. Auf den Terrassenfeldern werden hauptsächlich Kartoffeln und Gemüse angebaut. Der Name Chabuco stammt vermutlich aus der Guanchensprache.

Im Zentrum des weiten und zerklüfteten Tals liegt auf einem Höhenrücken der Kern des Ortes mit der kleinen Kirche San José Obrero. Dort kann man parken und dort beginnt auch die Wanderung. Hier ist die Gesamtwanderung in fünf Teilen beschrieben. Kombinationsmöglichkeiten und Varianten siehe unten.

Teil 1: steiler Abstieg

Direkt rechts neben der Kirche, auf 595m Meereshöhe, beginnt ein Wanderpfad, der zunächst leicht bergab auf dem Höhenrücken verläuft und dann ziemlich steil absteigt. Zum Meer und zu den Bergen hin bieten sich tolle Ausblicke. Unten angekommen, auf 450 m Meereshöhe, trifft man auf einen Querweg und hält sich links. Dort geht es gleich über ein Brücke, dann nach rechts, und 120m weiter kommt man an der Galería Roque Negro Los Catalanes vorbei.

Wie es in dem Tunnel aussieht, kannst du hier sehen. Er durchquert das gesamte Gebirge und liefert Wasser bis nach Santa Cruz.

Der Bürgermeister Pedro Schwartz gab im Jahr 1897 den Auftrag zum Bau des Tunnels, der 1916 fertig gestellt wurde. Bis heute werden etwa 1,7 Millionen Liter pro Jahr gefördert, eine der wichtigsten Wasserquellen für die Hauptstadt.

Teil 2: Der Kanal

Danach geht es gleich wieder über eine Brücke. Der Weg auf dem Kanal ist einfach zu finden. Es gibt ein paar schmale Stellen am Anfang, die bei feuchtem Boden auch rutschig sein können. Aber er ist bequem und natürlich ganz eben zu gehen. 600 m nach der Brücke geht man durch den ersten von insgesamt fünf Tunneln. Die Tunnel sind alle kurz, eine Taschenlampe ist nicht nötig, aber man muss manchmal etwas gebückt gehen und auf den Kopf aufpassen.

Nach dem vierten Tunnel schwenkt der Kanal nach links und weit nach hinten in ein Tal. Dort überquert man die dritte Brücke. 200 m danach bemerkt man eine Wegkreuzung. Von rechts unten kommt ein Wanderweg herauf, auf dem man nachher wieder zurück kommt. Er geht dann spitzwinklig nach links oben weiter.

Aber zunächst geht man auf dem Kanal weiter. Es kommen noch zwei weitere Tunnel. Der letzte durchquert eine ziemlich auffällige, kahle Felswand. Es handelt sich um einen so genannten Gang oder eine Spaltenfüllung. Im ursprünglichen Gestein öffnete sich eine Spalte, in die neue Lavamassen eindrangen. Diese sind danach härter als das umgebende Gestein, das durch die Erosion im Laufe von zigtausend Jahren abgetragen wird. So bleibt die Spaltenfüllung letztlich als markanter Gesteinskörper stehen. Danach endet der Weg überraschend. Der Kanal geht hinter einem ziemlich zugewachsenen Stollen durch den Berg. Hier gibt es kein Weiterkommen.

Teil 3: Umrundung des Bergrückens

Oder doch? Wer sich die Mühe machen will, kann direkt am Ende des Wegs nach links ein paar Meter hinauf klettern. Oben trifft man auf einen Pfad, der nach rechts abwärts steigt. 30 m tiefer trifft man auf einen weiteren Pfad und biegt stark nach rechts ab. Er geht noch etwas bergab und dann am Hang entlang und um die deutliche kahle Felswand herum wieder hinauf zu der bereits erwähnten Wegkreuzung.

Teil 4: Aufstieg zum Bauernhof und wieder hinunter

An der Wegkreuzung geht man nach oben und im Steilhang oberhalb der Brücke 3 weiter. Der Weg geht weiter in das Tal hinein. Dort darf man eine Abzweigung nach links nicht verpassen. Es geht steil nach oben, wo man oberhalb eines Gehöfts vorbeikommt. Danach trifft man auf eine Betonpiste, wo es wieder steil nach unten geht. Dieser Teil des Wegs ist recht unbequem. Fast 100 m tiefer trifft man auf die staubige „Hauptstraße“ des Ortes.

Teil 5: Rückweg zur Kirche

Auch der hat es in sich, denn die Straße, die später betoniert ist, geht noch einmal hundert Höhenmeter steil bergauf und trifft auf die Zufahrtstraße nach Los Catalanes, wo man nach links hinauf zur Kirche geht.

Entfernung gesamt: 5,8 km
Höchster Punkt: 605 m, tiefster Punkt 435 m, aber mehrere Auf- und Abstiege
Gehzeit: 3 h

Diese Varianten sind möglich:

Wer es ganz bequem haben will, fährt mit dem Auto den Betonweg hinunter ins Tal. Dort gibt es allerdings nur wenige Parkmöglichkeiten. Von dort geht man nur den Teil 2 hin und zurück, also nur auf dem Kanal. Oder man macht nur Teil 2 und 4, oder Teil 2, 3 und 4.

Die Umrundung des Bergrückens (Teil 3) kann man weglassen und vom Ende des Kanals bis zur Wegkreuzung zurückgehen, dann weiter mit Teil 4.

Den Aufstieg zum Bauernhof (Teil 4) kann man weglassen und nur die Teile 1, 2 und 5 machen.

Karte gesamt:

Höhenprofil:

Gehe zu Google Map:

Hier findest du noch mehr über Wasserkanäle, auf denen man laufen kann: Entdeckungstour, Volcan de Fasnia, Ventanas de Güímar, Immer dem Wasser nach.

Diese Wanderung als pdf und als kmz für Google Earth: Lies nach auf der Seite SERVICE und schreib mir eine Mail.


Artikel-Nr. 26-26-188

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