Barranco de Añavingo

Kurzwanderung durch abgeschiedene Täler

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Auf dieser Wanderung lernt man eine unbekannte Landschaft kennen, die an der steilen Ostseite der cumbre dorsal liegt. Dort schneiden sich viele Barrancos tief in die Landschaft ein. Es ist ein gemütlicher Spaziergang, der bei Sonne durchaus auch anstrengend werden kann.
Mehrere Wasserstollen und ein kleiner Heiligenschrein sind die bescheidenen Höhepunkte auf dieser Tour abseits jeglicher Touristenströme. Dafür gibt es Ruhe und Natur pur. In diesem unberührten Tälern wachsen auch viele Pflanzen, die man sonst nicht sieht.Außerdem kann man das vom Tourismus noch völlig unberührte Städtchen Arafo kennenlernen. Als Abschluss könnte man noch Candelaria besuchen und die Kathedrale oder die schöne Strandpromenade anschauen.
Zum Startpunkt der Wanderung kann man nur mit dem Auto kommen.

Anfahrt:
Von der Autobahn folgt man der Beschilderung nach Arafo. In Arafo fährt man geradeaus hoch in den Ort hinein und kommt automatisch zur Kirche. Vor der Kirche ist ein Mini-Kreisverkehr mit einem Blumentopf in der Mitte. Man nimmt die Straße, die weiter aufwärts führt und fährt am Denkmal der unbekannten nackten Musikerin vorbei.

Dieser Straße folgt man nun einfach weiter bergauf, immer geradeaus. Weiter oben ist es eine Einbahnstraße, noch weiter oben wird sie steiler und schmaler, und noch weiter oben wird sie noch steiler und schmaler, aber es geht immer geradeaus.

Man kommt am Restaurant Añavingo vorbei. Bald danach wird die Straße zu einem landwirtschaftlichen Fahrweg zwischen Weinbergen, ist aber immer noch asphaltiert. Da wo dieser Weg endet, ist rechts ein Geländer und dort ist er etwas breiter. Hier kann man das Auto abstellen, aber nicht auf der Wendeplatte. Dieser Punkt liegt 200m höher als das Zentrum von Arafo.

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Wanderung:
Hinter der Wendeplatte senkt sich der zunächst noch asphaltierte Weg in ein Tälchen und unterquert in einer Rechtskurve eine Wasserleitung. Danach wird der Weg zur Schotterpiste. Tief unten im Tal sieht man eines der Wasserhäuschen einer Galería, ein Gleis und einen Kanal.

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Der Weg biegt dann nach links in das Tal ab und man unterquert gleich wieder eine Kanalbrücke. 200m danach ist links hinter dem Schuppen der Eingang zur Galería Lomo Cambado, er ist natürlich abgesperrt. Daneben befindet sich ein eingezäuntes Wasserbecken.

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Nach weiteren 200m biegt die Piste scharf nach rechts an und steigt steil an. Hier befindet sich eine Steinbank, und daneben beginnt der Wanderweg in das Barranco de Añavingo.

Man kann jedoch zunächst einen Abstecher in ein Seitenbarranco machen und folgt dazu weiter der Piste, die nun recht steil nach oben steigt. Es sind wiederum nur wenige mehr als 200m bis zur Galería del Drago. Neben einem grünen Schuppen ist der versperrte Eingang des Tunnels, aus dem ein Gleis herauskommt, diese endet auf der Abraumhalde.

Man geht am grünen Haus die Treppen hoch und folgt weiter dem Wanderpfad, der nun kräftig ansteigt. Aber hier stehen mehr Bäume, also ist es auch schattiger.
Bald kommt man zum nächsten Kanal, der aus einem eingezäunten Wasserbecken kommt. Etwas oberhalb steht wieder ein kleiner grüner Schuppen.

Hier ist ein möglicher Umkehrpunkt der Wanderung. Der Weg geht vor der Kanalbrücke links noch weiter. Es ist aber noch ein gutes steiles Stück bis zur nächsten und letzten Galería zu überwinden, wo man ohnehin umkehren müsste. Egal wo man umkehrt, man geht auf jeden Fall zurück bis zur Steinbank.

Dort beginnt der gut angelegte Wanderweg in das Hauptbarranco. Nach 200m unterquert man schon wieder eine Kanalbrücke. Danach geht es auf dem schönen Weg gemütlich leicht bergauf. Weiter oben ist der Weg sogar mit befestigten Treppen ausgebaut.

Bald danach sieht man links oberhalb die Ermita de San Agustinito. Es ist ein kleiner Heiligenschrein unter einem Felsvorsprung, zu dem man über ein paar Treppen hinaufsteigen kann. Es ist ein gutes und schattiges Plätzchen für eine Rast. Der grüne Hocker reicht allerdings nur für eine Person.

Der Grund für diese kleine Andachtstätte ist ein kleines Wunder. Etwas weiter oben ereignete sich ein Felssturz, der den Ausgang einer Galería verschüttete. So floss kein Wasser mehr nach Arafo. Die Anwohner organisierten sich und versuchten, die Gesteinsmassen zu entfernen, aber es war zu viel. Sie stellten ein Bild des Heiligen Augustin hier auf und flehten ihn um Hilfe an. Wie durch ein Wunder kam es am selben Abend zu einem gewaltigen Gewitterregen, der die lockeren Erd- und Felsmassen wegspülte, so dass das Wasser der Galería wieder fließen konnte. Zum Dank richteten sie hier die Gedenkstätte ein. Jahre später brachte eine Frau noch eine kleine Statue des Heiligen Augustin hier herauf, zum Andenken an ihren Mann, der bei Arbeiten in der Galería ums Leben kam. Alle vier Jahre findet am letzten Samstag im August ein Fest und eine Pilgerwanderung zu Ehren des kleinen Augustin statt. (Das nächste Mal im Jahr 2021)

Man erkennt nun bereits, dass weiter oben das Barranco viel schmaler und die Felswände viel steiler werden. Theoretisch kann man noch 15 min weiter gehen bis zur Galería de Añavingo, zumindest ist es in dieser Internetquelle aus dem Jahr 2009 so beschrieben:
http://senderosdemitierra.blogspot.com.es/2009/03/tenerife-barranco-de-anavingo-barranco.html
Aber leider ist der Weg komplett zugewachsen. Fingerdicke Brombeerranken und Gestrüpp aller Art versperren den Weg. Auch die Versuche, auf möglichen Nebenwegen weiterzukommen, enden im Dschungel. Da ich weder Gartenschere noch Machete dabei habe, muss ich hier umkehren und habe Zeit, mich an der Natur zu erfreuen.

Auf demselben Weg ist man schnell wieder unten beim Auto.

Es bietet sich an, zum Abschluss auf dem schönen Kirchplatz von Arafo neben dem Pavillon noch einen Zaperoco zu trinken.

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Gehzeiten:
Parkmöglichkeit – Steinbank: 20 min
Steinbank – Umkehr im Seitenbarranco: 20 min
Steinbank – Ermita San Agustin: 20 min
Gesamtzeit inkl. Pausen: 2h 15min
Entfernungen:
Hinweg einschließlich Seitenbarranco: 2,4km
Rückweg: 1,6km
Karte:
rot=Anfahrt, blau=Caminobarranco-anavingo

Gehe zu Google Map:

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Wenn du noch mehr über die Wasserstollen und ihre Geschichte wissen willst, dann lies nach im Artikel Spurensuche. Im April solltest du unbedingt die Goldmohnwiesen oberhalb von Arafo bewundern.

Track für Google-Earth oder Wanderung als pdf ? -> Schreib mir eine Email


Artikel-Nr. 2-1-7

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