Die Schlucht der Nonnen

Bizarre Felsformationen im Wüstental

1801173_1

Die „Derriscaderos“, ein schönes Naturdenkmal im trockenen Südosten der Insel ist weitgehend unbekannt. Vielleicht deshalb, weil diese Landschaft auf den ersten Blick sehr abweisend erscheint. Doch auch hier kann man auf wenig begangenen Wegen schöne Wanderungen machen und Überraschendes entdecken.

1611150_1Die Felsen von Los Derriscaderos und der Barranco de las Monjas (Schlucht der Nonnen) liegen gar nicht weit von der Autobahn entfernt, auf einer dreistündigen Wanderung kommt man durch wilde Barrancos und kann noch dazu eine kleine Geisterstadt erforschen.

Man verlässt die Autobahn TF-1 bei km 50 an der Ausfahrt zum Industriegebiet von Granadilla. Dort steht die weithin erkennbare „Haifischflosse“. Am dritten Kreisverkehr fährt man rechts aufwärts, am Logistikzentrum des Mercadona vorbei wieder Richtung Autobahn, bis zum Ende der Straße, dort ist ein großer Parkplatz.

Am Ende des Parkplatzes beginnt ein Fußweg, der gleich hinunter ins Tal führt. Bevor man auf der anderen Seite wieder hoch steigt, sieht man unter der Autobahn einen Tunnel, durch den man am Ende wieder zurückkommen wird. Oben quert ein Wasserrohr das Tal. Irgendwie muss man nun hinauf zur Haifischflosse steigen und die Autobahn überqueren.

Auf der anderen Seite folgt man kurz der Rechtskurve der Autobahnauffahrt, also Richtung Los Cristianos. Kurz bevor es auf die Autobahn geht, zweigt links eine kleine Straße ab, in die man einbiegt. Sie steigt nach einer Kurve etwas an, dann endet der Asphalt.

Nun folgt man der Schotterpiste, die zuerst leicht aufwärts führt und dann in den Barranco hinein. Rechts oben sieht man Bananenfelder.

Bald kommen die ersten hellen Felsen aus Tuffgestein ins Blickfeld, die durch die Erosion bizarre Formen angenommen haben. In der Ferne kann man die Spitze des Teide erkennen.

Kurz bevor die Piste den Barranco quert, geht man auf dem nun etwas steinigeren Weg geradeaus weiter, er schwenkt nach links auf den Höhenrücken hinauf.

1611097_1 1910003_1Oben geht der Blick zurück bis zu den Industrieanlagen im Hafen von Granadilla, bergwärts sieht man eine Hochspannungsleitung. Etwa 200m unterhalb davon, dort wo sich der Weg etwas verflacht, lag einmal die Bungalowanlage „Natura Park“. Es war ein missglückter Versuch eines Künstlers, hier ein Feriendorf anzusiedeln. Das Dorf wurde inzwischen komplett abgerissen, weil es im Landschaftsschutzgebiet lag. Wie es einmal aussah, und was dahinter steckte, findest du in diesem Artikel: Natura Park.

1611122_1Man geht auf der Piste weiter, unter der Hochspannungsleitung durch, bis zu markanten weißen Felsen. Kurz davor beginnt links der Abstiegsweg in den Barranco de las Monjas. Er überquert bald danach eine Wasserleitung.

Unten angekommen überraschen zunächst du dunkelblauen, vom Wasser glatt geschliffenen Felsen im Bachbett. Offenbar fließt hier tatsächlich ab und zu eine größere Wassermenge.

Der Weg folgt nun immer dem Bachlauf, mal direkt im Bachbett, mal etwas oberhalb. Es kann durchaus sein, dass sich in Felsvertiefungen noch kleine Tümpel für einige Zeit halten.

Ein Stückchen weiter unten wird das Herz jedes Geologen sicherlich schneller schlagen beim Anblick der fein heraus präparierten Brekzien-Formationen.

Nach gut 30min Weg im Bach und nach zwei Talschlaufen erreicht man die fantastischen Felsen „Los Derriscaderos“ am linken Talrand. Steilwände im Tuffgestein, unterhöhlte Überhänge und herab gestürzte, haushohe Felsbrocken formen eine wirklich sehenswerte Mondlandschaft.

1611137_11611138_11611140_1

(Fotos anklicken zum Vergößern)

1611157_1Nun hat man schon wieder die Autobahn im Blick. Dort wo eine Schotterpiste das Tal durchquert, geht man wieder hinunter ins Bachbett, folgt diesem ein Stück bis zu einer überhängenden Felsformation aus dunklen Brekzien. Dort geht rechts haltend ein Weg leicht aufwärts, der aber bald wieder hinunter ins Bachbett führt. Das Ziel ist auf jeden Fall der Tunnel unter der Autobahn, den man nicht verfehlen kann. Danach ist man schnell wieder beim Parkplatz.

Warum dieses Tal nun „Schlucht der Nonnen“ heißt, bleibt bis auf weiteres ungeklärt.

Gehzeit: 3 Std.
Entfernung: 9 km
Bemerkung: ganzer Weg ohne Schatten, empfehlenswert am späten Nachmittag, weil dann die Felsen im schönen Licht stehen.

1801170_1
Karte: gelb=Wanderung, rot=Anfahrt
KarteDerriscaderos
Gehe zu Google Map:

Diese Wanderung als Track für Google-Earth und als pdf? Schreib mir eine Mail.


Artikel-Nr. 12-1-35

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s