Am Affenstrand

Der coolste Club in Costa Adeje

Sonnenuntergang am Abend, heiße Musik und ausgelassene Stimmung nach einem Strandtag, das ist genau die Mischung für junge Urlauber. Der Monkey Beach Club an der Playa de Troya war das angesagte Ziel, wo man abhängen und sich austoben konnte. Doch es schweben dunkle Wolken über der In-Location.

Als „Bester Beach Club“ der Insel galt Monkey Beach schon in den Jahren 2014 und 2015. Jeden Sonntag im Sommer gab es heiße Parties, 7 Stunden ununterbrochen Musik zum Abtanzen. Carnival Party, Monkey Invasion, The Captain Party, Monkey Safari, Planet Monkey, Retro Pop, Crazy&Love, Black´n Beat, so hießen die Events, dargeboten von international bekannten DJs.

So hörte sich das an:

Und so ging es früher ab:

Doch damit ist es vorbei. Der Monkey Beach Club wurde im April 2019 von der Stadt Adeje geschlossen, weil er keine Lizenz hatte, die an die neuen städtischen Regelungen angepasst war. Das Rathaus hatte bereits im Juli 2018 die Einstellung der Veranstaltungen angeordnet, aber ein Fehler im Verfahren, indem die Firma, die das Etablissement betreibt, nicht angehört wurde, ermöglichte die vorübergehende Wiedereröffnung im August 2018.

An dem bereits 1977 errichteten Gebäude wurden Veränderungen vorgenommen, die nicht konform mit den Vorgaben des Küstengesetzes sind. Man vergrößerte seine Fläche um 440 m² und erhöhte es um zwei Stockwerke. Ursprünglich gab es nur die untere Ebene. Das Foto zeigt den Club ohne die heutigen „Aufbauten“.

Die Immobilie liegt in dem vom Küstengesetz seit 1988 geschützten öffentlichen Bereich, wo jede nachträgliche bauliche Veränderung eine Genehmigung der Küstenbehörde erfordert. Trotz dieser Beschränkungen erteilten im Januar 2017 das Ministerium für Territorialpolitik der Kanarischen Regierung und der Stadtrat von Adeje dem Betreiber des Clubs, der Nuevo Servicio y Turismo JCC SL, die notwendigen Genehmigungen, um die Erweiterungen vorzunehmen.

Dies ist der eigentliche Skandal im „Fall Monkey“, für den nun einige Politiker wegen Missachtung staatlicher Gesetzgebung vor Gericht stehen. In dem anhängigen Verfahren wird gegen 13 Personen ermittelt, darunter der Bürgermeister von Adeje, ein ehemaliger stellvertretender Minister der Kanarischen Regierung, der ehemalige Leiter der Küstenbehörde und ein Inseldirektor des Cabildo von Teneriffa, zusammen mit anderen Politikern und Technikern.

Die mögliche Rechtswidrigkeit könnte sogar noch größer sein, wenn man einen Bericht der provinziellen Küstenbehörde berücksichtigt, der besagt, dass es auch keine Genehmigungen für den ursprünglichen Bau des Monkey Beach Clubs gibt, also vor Inkrafttreten der aktuellen staatlichen Gesetzgebung. Eine Übergangsbestimmung dieses Gesetzes besagt, dass die Gebäude, die nicht über die erforderlichen Genehmigungen verfügen, „abgerissen werden, wenn ihre Legalisierung aus Gründen des öffentlichen Interesses nicht angebracht ist“.

Die Regionalregierung und der Stadtrat von Adeje erteilten damals die Genehmigung für die Erweiterung des Clubs im Rahmen des „Plans zur Modernisierung, Verbesserung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Costa Adeje (PMM)“, der in erster Instanz vom Obersten Gerichtshof der Kanarischen Inseln (TSJC) für nichtig erklärt wurde. Das Dokument, das vor den Wahlen 2015 trotz der zahlreichen Unregelmäßigkeiten, die danach im Gerichtsstreit aufgedeckt wurden, genehmigt wurde, enthielt in letzter Minute eine zusätzliche Bestimmung, die die Notwendigkeit der Einhaltung des Küstengesetzes aushebelt.

Unerklärlich ist auch, warum keiner der beteiligten Verantwortlichen auf die offensichtlichen Rechtsverletzungen hingewiesen hatte. Vielleicht hielten sie es wie die drei Affen: Wir reden nicht darüber, wir wollen nichts davon hören, und wir schauen einfach nicht hin.

Mit all diesen eklatanten Unregelmäßigkeiten beschäftigen sich nun die Gerichte auf verschiedenen Ebenen, seit Jahren und sicher auch noch einige Jahre länger. Wann das „Affentheater“ beendet sein wird, ist nicht abzusehen. Vorläufig ist also Schluss mit den heißen Parties, zumal die Discothek wegen der Anti-Corona-Maßnahmen seit Sommer 2020 ohnehin nicht mehr öffnen darf.

Was bleibt ist eine tolle Bar und ein elegantes Restaurant, denn dafür ist die Lizenz weiterhin vorhanden, obwohl diese im eigentlich illegalen oberen Stockwerk liegen. Schon die steinernen Skulpturen von Affen an den Eingängen machen neugierig auf das Innere. Dort stehen riesige Holzfiguren von Giraffen, das ganze Ambiente hat einen Hauch von Afrika. Man sitzt entspannt auf Sesseln und Sofas, auf weichen Kissen und zwischen grünen Pflanzen. Die Bar ist zur Meerseite hin offen, man blickt über den Strand und zur Insel La Gomera, man genießt die frische Brise bei einem Cocktail. Das Angebot ist riesig, hier gibt es sämtliche Mixgetränke dieser Welt.

Nebenan im Restaurant „Bésame Mucho“ serviert man exquisite kulinarische Kreationen der gehobenen Preisklasse, z.B. das Monkey Club Sandwich für 7,50 € oder den Monkey-Burger für 14 €. Die Hauptspeisen erfordern einen etwas tieferen Griff in den Geldbeutel. Das Lokal kann auch für private Events gemietet werden.

So bietet der einstige Vorzeigeclub wenigstens noch ein bisschen exotisches Flair an einem der beliebtesten Badestrände der Costa Adeje.

Hier noch einmal ein „nostalgischer“ Rückblick:

Gehe zu Google Map:

Etwas weiter nördlich kannst du eine kleine Wanderung machen. Dort gibt es tatsächlich noch ein paar unbebaute, wilde Küstenabschnitte: Auf Fels und Pflasterstein.


Artikel-Nr. 1-2-196

2 Gedanken zu “Am Affenstrand

  1. Ob wohl die frage gestellt wurde, flossen bei den erteilten bewilligungen auch gelder? Oder wieso werden übergeordnete bestimmungen so krass übergangen!

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