Auf dem Rücken

Panoramawanderung auf der Cumbre Dorsal.

Der zentrale Höhenrücken der Insel ist ein steiler Grat mit enormen Höhenunterschieden auf beiden Seiten. Die Höhenstraße TF-24 verläuft entlang dieses „Rückgrats der Insel“. Viele Ausflügler begnügen sich mit einem Halt an einem der zahlreichen Aussichtspunkte. Doch einmal wirklich auf dem Rücken entlang zu wandern ist ein besonderes Erlebnis. Phantastische Ausblicke sind garantiert.

Diese Rundwanderung ist nicht schwierig und nicht besonders lang, trotzdem ist sie nichts für Ungeübte, denn sie verläuft teilweise auf wenig begangenen und verwachsenen Pfaden, auf denen Rutsch- und Stolpergefahr besteht. Der steile Aufstieg am Anfang kann aber auch weggelassen werden.

Startpunkt ist eine Stelle an der TF-24, die La Crucita genannt wird. Hier kreuzt der traditionelle Pilgerweg von La Orotava nach Candelaria den zentralen Höhenrücken. Dort kann man das Auto abstellen.

Zunächst geht es auf den Aussichtsberg Montaña de Las Cuevas. Auf der Nordseite der Straße, direkt dort, wo der Pilgerweg heraufkommt, steigt man nach rechts und ziemlich steil den Hang hinauf. Es gibt einen sehr undeutlichen Weg zwischen Bäumen, Steinen und Gestrüpp, den man immer wieder mal suchen muss. Geht man immer so steil wie möglich nach oben, ist man richtig! Manchmal muss man sich den Weg zwischen Ginsterbüschen suchen, sich unter tief hängende Äste ducken oder über Felsen klettern. Kurz unter dem Gipfel kommt man an einer Steinmauer vorbei, wo vielleicht einmal ein Haus, ein Ziegenstall oder Vorratsplatz war. Der Gipfel selbst ist dann relativ flach. Am besten geht man so weit nach vorne bis zu einer Stelle, wo weniger Bäume stehen. Dort hat man herrliche Ausblicke zum Teide, hinunter ins Orotava-Tal oder über das berühmte Wolkenmeer hinweg. Mit etwas Glück sieht man in der Ferne die Insel La Palma.

Beim Abstieg ist es schwierig, genau den gleichen Weg zu finden. Achtung! Es gibt lockere Steine und tückische Kiefernnadeln. Entscheidend ist eine Stelle, etwa 20 Höhenmeter oberhalb der Straße, wo ein ebener und gut zu erkennender Weg nach links (wenn man von oben kommt) abzweigt.
Auf diesem Weg, der mehr oder weniger hangparallel verläuft, geht man dann weiter. Er steigt zunächst etwas an, nach etwa 200m kommt man an einem Aussichtspunkt vorbei mit wunderschönem Blick nach Südost, hinunter in die Caldera de Pedro Gil. Gegenüber sieht man den schroffen Pico Cho Marcial und unten in der Caldera der schwarzen Vulkan von Arafo (Eine Wanderung zum Vulkan von Arafo findest du hier: Asche, Stein und Muskelkater). Dahinter geht der Fernblick bis hinunter nach Güímar, und sogar die Berge der Nachbarinsel Gran Canaria sind zu sehen.

Der Weg geht dann tendenziell abwärts und verläuft immer knapp unterhalb der Grats. Nach etwa einem Kilometer erreicht man aber auch mehrere Stellen mit perfektem Tiefblick Richtung Norden. Natürlich gibt es auch einen Blick zum Teide, hoch über dem legendären Wolkenmeer. 1,2km nach Beginn des Höhenwegs erreicht man wieder die Straße TF-24, genau beim Kilometerpunkt 29.

Ein paar Meter weiter befindet sich unterhalb der Straße das Refugio Ayosa, zu dem man über ein paar Treppen hinunter kommt. Es ist ein alter Steinbau, der nicht mehr genutzt wird und verschlossen ist. Wer an den Aussichtspunkten des Höhenwegs noch nicht gerastet hat, kann hier im Schatten eine Vesperpause einlegen.

Direkt in der Kurve der Treppen beginnt wieder ein sehr undeutlicher Weg schräg nach unten. Er ist am Anfang schwierig und verwachsen, später aber deutlicher. Zunächst verläuft er leicht abwärts, mit einigen schwierigen Stellen, danach wird er etwas steiler und geht durch den Wald nach unten. Dieser Weg ist wenig begangen. Vorsicht, die Kiefernnadeln können sehr rutschig sein!

Weiter unten, wo es wieder etwas flacher wird, hält man sich eher rechts und beachtet unbedingt die kleinen Steinmännchen. Im Prinzip kann man aber nicht falsch gehen, denn irgendwann (nach etwa 25 Minuten ab dem Refugio Ayosa) trifft man auf eine breite, befahrbare Piste, idealerweise in einer deutlichen Kurve. Die Piste kommt von tief unten, aus dem Tal von Güímar und vorbei am Vulkan von Arafo.

Der Rest der Route ist einfach. Man folgt nun immer dieser Piste, langsam und stetig bergauf, vorbei an steilen Felswänden und bizarren Lavaschichten.

Gegenüber liegt ein besonders roter Abhang, und natürlich gibt es wieder schöne Blicke hinunter zum Vulkan von Arafo, und hinüber nach Gran Canaria. Nach genau einem Kilometer auf der Piste kommt man zu einer Stelle, wo der Pilgerweg die Piste kreuzt, gekennzeichnet mit mehreren Geländern.

Hier zweigt man rechts ab auf dem Wanderweg, der steil ansteigt und mit Holzbalken versehen ist. Wer dieses steile Stück nicht machen will, geht einfach auf der Piste weiter (siehe Karte, blau, etwa 450m zusätzlich). Sie macht bald eine scharfe Rechtskurve, danach kommt von unten wieder der Wanderweg herauf. Nun sind es nur noch 200m bis zum Startpunkt La Crucita.

Entfernung: 3,8km (mit Aufstieg auf die Montaña Las Cuevas)
Gehzeit: 2 Std. 15 Min.
Höchster Punkt: 2055m, tiefster Punkt: 1835 m
Einstufung: B3**WR (Erklärung siehe hier)

Karte:

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Die Wanderung Asche, Stein und Muskelkater führt von unten her zum Vulkan von Arafo, ist aber etwas anspruchsvoller.

Wenn du mehr über das Wolkenmeer wissen willst, dann lies den Artikel Der Eselsbauch.



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2 Gedanken zu “Auf dem Rücken

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