Wein, Kartoffeln, Kastanien

Landwirtschaft und Erholung.

Die mittleren Höhen von La Victoria und La Matanza de Acentejo sind eine unbekannte und abgelegene Ecke von Teneriffa. Zwischen den Bergen von San Antonio ist die Landwirtschaft noch intakt. Eine ideale Gegend für erholsame Spaziergänge oder kleine Wanderungen.

Die vier alten Vulkankegel, die in einer Reihe nebeneinander liegen sind von weitem sichtbar. Die lineare Anordnung der Kegel deutet auf einen Spaltenausbruch hin, der zwar in denselben Zeitraum wie die umgebenden Basalte fiel (Ende Pliozän, Anfang Quartär, ca. 5 Mio. Jahre), aber durch seinen pyroklastischen Charakter deutliche Landschaftselemente schuf. Hinter den vier Bergen verbirgt sich überraschenderweise eine breite Ebene, die intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Von dort kann man zuerst bequem, dann etwas steiler durch die Weinberge bis zur Waldgrenze hinauf steigen. Man kann auch die Berge umrunden, oder ganz entspannt spazieren gehen, oder auf einer Joggingstrecke eine Runde drehen.

Es ist nicht ganz einfach, dort hinauf zu finden. In La Victoria muss man durch die kleinen Seitensträßchen die Auffahrt nach San Antonio finden, es gibt nur kleine Hinweisschilder. Auch vom Kreisverkehr in La Matanza gibt es verschlungene und steile Sträßchen nach oben. Ziel sind die weithin sichtbaren vier Berge. Direkt hinter dem zweiten Berg, der als Steinbruch genutzt wird, liegt die Ebene von Los Nateros. Hier haben sich angeblich die verschiedenen Stämme der Guanchen versammelt, bevor sie in der erfolgreichen Schlacht von La Matanza die Spanier vertreiben konnten. Heute ist die Ebene ein beliebtes Naherholungsziel für die „Matanceros“ mit Spielplatz, Fitness-Park und ausgeschilderten Rundwegen. Parkmöglichkeiten gibt es genügend.

Im Jahr 2014 hat die Gemeinde La Matanza aus ihren eigenen Mitteln und mit Förderung der EU mehr als 1 Mio. Euro ausgegeben für den Ausbau und die Ausschilderung der Wanderwege, unter anderen sind es die Wege SL-TF-26, Los Nateros- La Vica und SL-TF-27, Los Nateros-Pino La Morra. Hier sind ein paar andere Varianten und Kombinationen beschrieben.


Die Joggingstrecke (1,1 km, tiefster Punkt 636m, höchster Punkt 666m)

Direkt bei Los Nateros kann man einen kleinen Rundweg machen, der im Spazier-Tempo nicht mal eine Stunde dauert. Neben den sehr wenig befahrenen Straßen ist extra ein Fußweg angelegt, der sogar für Kinderwagen geeignet ist. Vom Mini-Kreisverkehr steigt die Calle San Cristóbal ganz leicht an. Nach 500m geht es links etwas steiler hinunter, bei der nächsten Kurve wieder links und auf der Calle Real Orotava zurück zu Los Nateros.

Natürlich kann man das auch im Jogging-Tempo machen. Eltern mit ganz kleinen Kindern gehen auch nur um das Dreieck bei Los Nateros herum und bleiben dann auf dem Spielplatz.


Die Berge (1,2 km oder 2,5 km, tiefster Punkt 570m, höchster Punkt 645m)

Man kann die Berge nicht besteigen, das Gelände ist zu wild, aber man kann sie umrunden. Ein Teil des hier beschriebenen Wegs verläuft auf der offiziellen Strecke PR-TF 25-3 Los Nateros – Las Lagunetas.

Von Los Nateros geht man Richtung Osten auf der Calle Real Orotava und auf der Joggingstrecke, am Fuß des Bergs Nr. 1 entlang. Die Straße biegt nach links, und bevor man zum ersten Haus kommt, entdeckt man einen Pfosten, an dem früher vielleicht mal ein Schild war. Dort gehen nach links ein paar betonierte Stufen hinauf. Die grün-weiße Farbmarkierung an der Mauer ist stark verblasst. Es beginnt ein Wanderweg, der etwas steinig ist und neben den Weinfeldern leicht ansteigt. Oben geht es durch eine Senke und bald wieder hinunter zur Straße. Nach links käme man in wenigen Minuten wieder zurück nach Los Nateros (Abkürzung = orange, gesamt 1,2km).

Wer den Berg Nr. 2 umrunden will, muss einen etwas anstrengenderen Weg machen. Wenige Meter, nachdem man vom Wanderpfad wieder auf die Straße gekommen ist, zweigt rechts ein betonierter Fahrweg ab, der am Hang in einer Rechtskurve langsam aufsteigt. Von der Höhe hat man einen schönen Blick hinunter nach La Matanza. In der Ferne grüßt der Teide.

Danach geht es allerdings rund 80m steil hinunter zu den ersten Häusern, wo man sich links hält. Am Guachinche La Cueva biegt man links in die Calle Arrayán und nach 200m beim Guachinche Casa Yayi wieder links in die Calle La Resbala. Sie heißt nicht umsonst so (resbalar = ausrutschen), denn sie ist richtig steil und kann bei Regen leicht zu einer Rutschbahn für Autos oder Fußgänger werden. Bei Sonne kann sie vielleicht ein paar Schweißtropfen verursachen. Es sind zwar nur 100m, aber sie steigt um mehr als 20m an (=20%).

Oben kommt man dann schnell zur Balsa de San Antonio, einem großen Wasserbecken für die Trinkwasserversorgung von La Matanza und La Victoria. Es fasst 157 000 m³. Wer Glück hat, kann Reiher, Enten und andere Wasservögel dort beobachten.

Die Straße mündet dann wieder in die Calle San Cristóbal und nach 250 m ist man wieder beim Mini-Kreisverkehr und Los Nateros. Der Berg Nr. 2 ist auf der Südseite stark angefressen durch den Steinbruch, in dem das Vulkangestein abgebaut wird. Den Steinbruch kann man nicht betreten.


Die Berge, mit Erweiterung (3,4 km, tiefster Punkt 570m, höchster Punkt 645m)

Auch den dritten Berg kann man noch umrunden. Wenn man die Calle La Resbala herauf geschnauft ist, biegt man noch vor dem Wasserbecken rechts ab auf einen Feldweg. Er mündet nach 200 m in einen Fahrweg und nach weiteren 200 m in eine Straße. Dieser folgt man nach links und bei den nächsten Häusern wieder nach links auf die Calle San Cristóbal. Von dort zurück nach Los Nateros.

Der vierten Berg kann man leider nicht umrunden. Dazu müsste man ziemlich weit hinunter gehen nach San Antonio, oder sich auf verschlungenen Pfaden durch die Weinberge schlagen.


Ein bisschen bergauf (1,6 km, tiefster Punkt 636m, höchster Punkt 750m)

Auf den Straßen zwischen den Weinbergen kann man eine kleine Runde laufen, die aber etwas steiler aufwärts geht, etwa 110 Höhenmeter. Am Mini-Kreisverkehr geht man links und sofort wieder rechts und auf dem schmalen Sträßchen geradewegs bergauf. Es geht zunächst zwischen den Weinfeldern durch, weiter oben stehen große Kastanienbäume, die auch mal Schatten für eine Verschnaufpause bieten. Oben durchquert man eine kleine Häusergruppe und trifft auf die etwas breitere Straße Camino Tabares. Sie geht steil abwärts, unten triff man auf die Joggingstrecke, auf der man zurück nach Los Nateros kommt.


Ganz hinauf (4,1 km, tiefster Punkt 636m, höchster Punkt 910m)

Wer eine noch anspruchsvollere Tour sucht, kann von Los Nateros hinauf gehen zum Weiler und Aussichtspunkt von La Vica auf 900 m Meereshöhe.

Direkt am Mini Kreisverkehr geht man in den Camino El Escobón, wo nach 200m halb links ein betonierter Fahrweg abgeht. Dieser schwenkt nach weiteren 150m scharf nach links. (Bei der *-Variante könnte man auf der Betonpiste bleiben, die allerdings gleich ziemlich steil wird.) Schöner ist es, wen man gerade aus in das enge Tal hinein geht. Es geht mäßig bergauf, meist sogar im Schatten. Die Schlucht wird immer enger und die Vegetation immer üppiger. Im Frühjahr kann man hier sogar die kanarische Glockenblume entdecken. Immer noch gibt es kleine bewirtschaftete Flächen.

400m weiter (nach Verlassen der Betonpiste) trifft man auf einen Wasserkanal, der in einem Bogen das Tal überquert. Dahinter geht es nicht mehr weiter. Aber man kann nach links auf den Kanal gehen. Vorsicht, er ist an einigen Stellen etwas zugewachsen. Nach 70m verschwindet der Kanal unter der Erde, dort kann man kurz hinauf klettern zu dem schmalen Sträßchen. Es handelt sich wieder um dasselbe, das unten eine Betonpiste war. (*-Variante, siehe grün in der Karte).

Das Sträßchen geht nun weiter steil bergauf zum Weiler La Vica und trifft auf die Fahrstraße. Nach links durchquert man das Dorf und geht an der Kreuzung gerade aus weiter. Auf der Straße kommt man nach etwa einem Kilometer zum Aussichtspunkt La Vica. Die Aussicht Richtung La Matanza ist leider fast ganz durch Bäume versperrt, aber Richtung Westen hat man einen schönen Blick zum Teide. Auf der Info-Tafel ist auch beschrieben, dass man das Orotavatal sehen könne, aber davon sieht man wirklich nicht viel. Und der Blick bis zum Leuchtturm von Los Silos oder nach Palma dürfte nur selten möglich sein.

Unterhalb der Aussichtsplatte geht ein Weg abwärts. (Achtung: Oben am Aussichtspunkt geht ebenfalls ein Treppenweg abwärts, aber das wäre der falsche). Der Weg führt um eine Kurve und kommt zur Galería La Vica. Der Wasserstollen geht 800m tief in den Berg hinein und hat drei Verzweigungen. Vor der Stollenmündung steht der Arbeitsschuppen, ganz vom Grün überwuchert. Daneben bewundert man staunend die zwei riesigen Eukalyptusbäume. Es sind die größten der ganzen Insel! Feucht und grün und geheimnisvoll ist es hier an diesem märchenhaften Ort.

Gegenüber der steinernen Hütte findet man einen Holzpfosten mit gelb-weißer Markierung. Er zeigt den Abstiegsweg an. Zunächst muss man sich etwas durch Gebüsch und Brombeeren kämpfen, aber dann geht es auf ein paar Stufen in den Wald hinein und steil abwärts. Es ist wieder eine dieser engen Schluchten, feucht, schattig und voller üppiger Vegetation. 500m weiter unten und 100m tiefer trifft man auf einen befahrbaren Weg, der nun bequem wieder aus dem Tal hinaus führt und schließlich in die Straße Camino El Reventón mündet. Dort kommt man unterhalb der Häuser wieder zur Joggingstrecke.


Die Landschaft hier oben ist zu jeder Jahreszeit schön. Im Herbst die bunten Weinblätter, die Trauben und die Kastanien, im Frühjahr die blühenden Blumenwiesen, und sogar im Winter entdeckt man die wunderhübschen Blüten der Erdbeerbäume. Und die Landschaft hier oben ist zu jeder Jahreszeit ruhig und erholsam.

Gehe zu Google Map:

Ganz in der Nähe, aber ein bisschen weiter oben, kannst du schöne Waldspaziergänge machen und dabei noch einiges über die Kastanien lernen: Waldspaziergang und Kastanienrunde.


Artikel-Nr. 18-4-206

Ein Gedanke zu “Wein, Kartoffeln, Kastanien

  1. Pingback: Die Kastanienrunde | Mein Teneriffa - Mi Tenerife

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