Blumenwiesen

Ein Spaziergang im Grün

Im Frühling wird es Zeit, die üppig grünen und bunten Landschaften Teneriffas zu erkunden. März und April sind die Monate, in denen am meisten blüht. Auf einem bequemen Spazierweg oberhalb von La Laguna kann man durch die Blumenwiesen laufen und noch dazu herrliche Aussichten genießen.

Auf dem Höhenrücken zwischen Mesa Mota und Pulpito wurde ein schöner Weg angelegt, der sich bestens für die ganze Familie eignet. In diesem Gelände befand sich früher eine Motocross-Strecke, dort war die Natur katastrophal zerstört. Die Satellitenaufnahme zeigt den damaligen Zustand.

Mit einer Investition von 640 000 € hat die Inselverwaltung die Landschaft restauriert, aufgeforstet und attraktive Freizeiteinrichtungen geschaffen. Die Arbeiten wurden im November 2018 abgeschlossen. Seither ist diese Gegend beliebt für Sonntagsausflüge und Freizeitsport.

Allerdings ist die Straße nach Mesa Mota immer noch in einem fürchterlichen Zustand. Man muss um tiefe Schlaglöcher herum Slalom fahren und möglichst langsam wegen der vielen lockeren Steinbrocken. Nach der Rechtskurve kommt man zu einer geöffneten Schranke, dort kann man rechts oder links das Auto abstellen. Der neu angelegte Parkplatz ist nur am Wochenende geöffnet.

Über diesen Parkplatz geht man nach links, und an seinem Ende beginnt ein breiter Schotterweg, der bequem zu gehen ist. Dort stehen auch ein paar Trimm-Dich-Geräte. Der Weg schwenkt in einem Bogen nach links, wo man deutlich die neu angepflanzten Bäume und Büsche sieht. Auf einer Informationstafel werden die Aufforstungsmaßnahmen erklärt.

Von hier aus hat man schon einen schönen Blick über La Laguna und hinüber zur Mesa Mota. Aber es wird noch besser. Der Weg vom Parkplatz aus endet nach etwa einem Kilometer (natürlich könnte man dort weiter den Berg hinauf gehen). Kurz vorher zweigt nach links ein Weg ab zu einer Aussichtsterrasse, wo man den perfekten Blick auf die Vega von La Laguna hat. Diese Ebene war vor der Gründung der Stadt ein Urwald und ein Sumpfgebiet.

Nach Regenfällen wird es dort auch eine richtige Lagune gegeben haben, einen kleinen See, daher der Name der Stadt. Sie wurde im 19. Jahrhundert zur Landgewinnung trocken gelegt. Ein Foto von 1950 zeigt den Unterschied der Besiedlung zu heute. Das Wort Aguere aus der Guanchensprache bedeutet Lagune und ist auch heute noch eine gebräuchliche Bezeichnung für diese Gegend.

Früher mussten die Hirten mit ihren Herden die Ebene auf den umliegenden Hügeln weitreichend umgehen, denn die Beweidung im Tal war verboten. Dort war Jahrhunderte lang das wichtigste landwirtschaftliche Nutzgebiet der Kanaren, und Ziegenherden hatten dort nichts zu suchen. Die Berge von El Pulpito und Mesa Mota waren sozusagen die „Umgehungsstraßen“. Hier auf dem Höhenrücken zwischen La Laguna und Tegueste kreuzten sich die Weidewege.

Direkt unterhalb der Terrasse beginnt nach links ein schmaler Pfad, auf dem man zurück gehen kann. Wenn man nicht so gut zu Fuß ist, oder wenn der Boden sehr feucht ist, sollte man lieber auf dem Schotterweg zurück gehen. Der Pfad geht etwas auf und ab, und manchmal sind auch ein paar felsige Stellen zu überwinden, aber dort kommt man wirklich in die Blumenwiesen hinein.

Sie sind eine Freude für die Augen. Der wilde Wermut duftet, Bienen und Hummeln brummen, es ist einfach nur schön. Hier wächst der gelb blühende Stechginster. Diese Pflanze gehört eigentlich nicht hier her. Ihre Samen wurden irgendwann eingeschleppt, und sie hat sich prächtig vermehrt.

Der Weg steigt und fällt und führt in kleine Tälchen hinein, und er kommt nach etwa einem Kilometer genau am Parkplatz wieder heraus. Abzweigungen nach rechts unten lässt man unbeachtet.

Vom Parkplatz aus kann man noch in die andere Richtung spazieren, dort, wo eine Kette die Einfahrt versperrt. Er ist genau so bequem und bietet weiter hinten auch Blicke in das Tal von Tegueste. Er ist Teil der Rundwanderung, die im Artikel über Mesa Mota beschrieben ist. Hier kannst du es lesen: Tisch mit Aussicht (III).

Entfernung Blumenwiesenweg: 2,1km
Zeitbedarf: ca. 1 Std.
tiefster Punkt 660m, höchster Punkt 690m
Karte:

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Schau auch mal den kalifornischen Goldmohn an: Goldene Zeiten. Auch dort kannst du herrliche Blumenwiesen erleben.


Artikel-Nr. 17-22-218

2 Gedanken zu “Blumenwiesen

  1. Pingback: Tisch mit Aussicht (III) | Mein Teneriffa - Mi Tenerife

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